In dieser Folge der philosophischen Morgentoilette widmet sich Michael Lehofer der Frage, warum Konflikte in Beziehungen entstehen und wie sie konstruktiv gelöst werden können. Er erklärt, dass die Verliebtheit oft eine Projektionsphase darstellt, in der der Partner idealisiert wird, und dass erst nach dem Abklingen dieses Zustands die tatsächlichen Unterschiede zwischen den Persönlichkeiten sichtbar werden. Diese Gegensätzlichkeit führt unweigerlich zu Reibungen, die ohne eine angemessene Konfliktkultur durch Respektlosigkeit und Abwertung die Beziehung zerstören können. Lehofer betont die Notwendigkeit, sich dem anderen zuzumuten und dessen Standpunkt als plausibel anzuerkennen, um eine Basis für die Aussprache zu schaffen. Als praktische Methode empfiehlt er die sogenannte Methode der englischen Königin, bei der durch übertriebene Höflichkeit und Noblesse im Umgang miteinander die toxische Wirkung von Kränkungen abgemildert wird. Diese künstliche Distanzierung bewirkt, dass das Miteinander leichter und angenehmer wird, was den Boden für eine echte Bereinigung der Konflikte bereitet.

– Michael Lehofer

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