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Das Verständnis von Gott und dem Menschen stehen in einem unzertrennlichen Wechselspiel, das das gesamte Weltbild und die praktische Lebensführung prägt. Das Wort Gottes bezeugt, dass der Mensch im Bild und nach dem Gleichnis des Schöpfers erschaffen wurde und dadurch selbst nach dem Sündenfall eine innewohnende Würde besitzt. Er ist eine gut geschaffene Einheit aus sichtbarer Materie und unsichtbarem Geist, die zur Gemeinschaft mit Gott und zur verantwortungsvollen Stellvertretung auf Erden berufen ist. Wo ein verfälschtes Denken Gott aus dem Blick verliert oder ihn auf ein fernes, oberflächliches Wesen reduziert, verzerrt sich zwingend auch das Bild des Menschen. Der Mensch versucht dann eigenmächtig, göttliche Funktionen zu übernehmen, verfällt der Selbsterlösung oder sinkt in Sinnlosigkeit ab.
Ein biblisch gegründetes Menschenbild führt dagegen zu einer tiefen Erfurcht vor der Heiligkeit des Schöpfers bei gleichzeitiger Dankbarkeit für seine grenzenlose Gnade. Obgleich der Sündenfall die ungetrübte Gemeinschaft zerbrochen und Verderben gebracht hat, begegnet Gott dem verlorenen Geschöpf nicht mit vernichtender Härte, sondern sucht es in seiner Liebe und Barmherzigkeit. Für den Gläubigen bedeutet dies im Alltag, Sünde nicht zu verharmlosen, sondern in wahrer Umkehr Erneuerung zu suchen und die göttliche Schöpfungsordnung im täglichen Wandeln zu ehren. Das durch Christus wiederhergestellte Ebenbild befreit von verkrampfter Gesetzlichkeit wie auch von hemmungsloser Zügellosigkeit und richtet das eigene Leben auf die verheissene Ewigkeit in der Gegenwart Gottes aus.

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