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Die Glaubensentwicklung des Patriarchen Jakob zeigt eindrücklich, wie Gott selbst mit unvollkommenen Menschen an sein Ziel kommt. Auf der Flucht vor seinem Bruder Esau begegnet Jakob in Bethel zum ersten Mal Gott, der ihm im Traum bedingungslose Gnade zuspricht. Geprägt von Furcht und einem gesetzlichen Denken antwortet Jakob darauf jedoch mit frommen Gelübden, anstatt sich Gott hinzugeben. Es folgen zwei harte Jahrzehnte voller Kämpfe, Ungerechtigkeiten und familiärem Leid im Hause Labans. Erst in einer tiefen Krise und durch das übernatürliche Ringen mit Gott am Jabbok muss Jakob schmerzhaft seine eigene Schuld anerkennen und empfängt daraufhin eine neue Identität und den Namen «Israel». Als er schliesslich nach Bethel zurückkehrt, errichtet er nicht nur ein Denkmal, sondern weiht es mit einem Trankopfer der völligen Hingabe und baut einen Altar zur furchtlosen Anbetung Gottes.
Auch im heutigen Glaubensalltag erkennen Christen zwar oft, dass sie aus Gnade gerettet sind, versuchen danach aber aus eigener Kraft und unter gesetzlichem Druck, Gott zu gefallen. Dies führt unweigerlich zu inneren Kämpfen und geistlicher Unfruchtbarkeit. Gott lässt jedoch in seiner Liebe Krisen und persönliche Erziehungswege zu, damit die menschliche Eigengerechtigkeit abgelegt wird. Sein Ziel ist es, jeden Gläubigen an den Ort der vollkommenen Hingabe zu führen, wo er furchtlos und in tiefer Dankbarkeit den Gott anbetet, der selbst mit den fehlerhaftesten Menschen seine weisen Pläne verwirklicht.
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