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Die Frage nach dem persönlichen Gottesbild prägt das eigene Leben, Handeln und Denken nachhaltig. Ausgangspunkt dieser Überlegung ist das biblische Bilderverbot: Gott verbietet den Menschen, sich eigenmächtig Vorstellungen oder Ähnisse von ihm anzufertigen, da er unendlich grösser ist als jedes menschliche Denken. Wer sich falsche Gottheiten schafft – sei es der strenge Gesetzgeber, der distanzierte Unnahbare oder der eigene Wunschautomat –, wird schlussendlich diesen verzerrenden Vorstellungen ähnlich und verfehlt die Fülle des Lebens. Demgegenüber entfaltet die heilige Schrift die Wandlungskraft einer echten Gottesbegegnung. Wo Menschen wie einst der Apostel Petrus dem Schöpfer begegnen, erkennen sie einerseits in ehrfurchtsvoller Erschütterung ihre eigene Sündhaftigkeit und Begrenzung, erfahren aber zugleich die vergebende und neuausrichtende Gnade Gottes, die dem Leben ein ganz neues Fundament verleiht.
Für den christlichen Alltag ergibt sich daraus ein tiefer Wandel in der inneren Haltung und Blickrichtung. Anstatt auf menschliche Eigenmacht zu vertrauen oder sich in den Begrenzungen der eigenen Möglichkeiten zu verlieren, gilt es, den Blick wieder auf das Wesen des Schöpfers auszurichten. Gott begegnet den Menschen nicht als verdichtetes Selbstbildnis, sondern neigt sich ihnen in seiner Erhabenheit persönlich zu, um mitten unter ihnen zu wohnen. Das richtige Gottesbild führt somit weg von einer selbstreferenziellen Lebensweise hin zu einer Hingabe, in der die eigenen Begabungen nicht mehr für vergängliche Ziele, sondern in der Nachfolge und zur Ehre des Herrn eingesetzt werden.

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