Die interstitielle Lungenerkrankung, kurz ILD, gehört zu den schwersten Komplikationen der systemischen Sklerose. Mehr als die Hälfte aller Betroffenen entwickelt im Krankheitsverlauf eine ILD, die für bis zu einem Drittel der Todesfälle verantwortlich ist. Viele Patienten zeigen innerhalb eines Jahres ein Fortschreiten der Erkrankung. Die Fibrose nimmt zu und die Lungenfunktion verschlechtert sich. Besonders kritisch ist der Verlust der Vitalkapazität in den ersten Jahren nach der Diagnose. Ärzte müssen daher früh und engmaschig untersuchen, um ein Fortschreiten der Erkrankung rechtzeitig zu erkennen. Klassische Basisparameter wie eine niedrige forcierte Lungenkapazität, eine niedrige Diffusionskapazität der Lunge für Kohlenmonoxid oder das Ausmaß der fibrotischen Veränderungen liefern wichtige Hinweise. Dennoch reicht eine Momentaufnahme oft nicht aus, um das tatsächliche Risiko einzuschätzen. Frühere Studien zeigten, dass kurzfristige Verschlechterungen in der forcierten Lungenkapazität und der Kohlenmonoxid-Diffusionskapazität die Mortalität besser vorhersagen können als Ausgangswerte. Auch kombinierte Indizes scheinen prognostisch überlegen. Internationale Forscher untersuchten daher, welche Veränderungen innerhalb von 12 Monaten die Mortalität am verlässlichsten vorhersagen. Sie kamen zu dem Resultat, dass diese Faktoren tatsächlich eine gute Aussagekraft für die Mortalität aufweisen, insbesondere dann, wenn sie innerhalb eines Zeitrahmens von 12 Monaten berücksichtigt werden.

Link zur Studie (PubMed): https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40457805/

Sobanski V et al. Lung function and skin fibrosis changes as predictors of survival in SSc-associated interstitial lung disease: a EUSTAR study. Rheumatology 2025; 64:5344-5353

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