In dieser Folge von Leinwandlegenden besprechen wir High and Low beziehungsweise Zwischen Himmel und Hölle, Akira Kurosawas japanischen Thriller-Klassiker aus dem Jahr 1963.
Der auf Ed McBains Roman King’s Ransom basierende Kriminalfilm beginnt als moralisches Kammerspiel in der Villa des Schuhfabrikanten Kingo Gondo und verwandelt sich danach in ein präzises, beinahe dokumentarisches Polizei-Procedural durch Yokohama.
Im Zentrum unserer Filmanalyse steht eine unbequeme Frage: Ist High and Low ein humanistischer Film über moralische Größe oder ein bitterer Film darüber, dass selbst die richtige Entscheidung an gesellschaftlichen Strukturen nichts ändert?
Wir sprechen über Toshirō Mifunes intensive Darstellung, Kurosawas meisterhaftes Blocking im TohoScope-Format, die berühmte Zugsequenz im Kodama Limited Express, den pinken Rauch als singulären Farbeinbruch und das erschütternde Finale zwischen Gondo und Takeuchi.
Außerdem geht es in dieser Podcastfolge um Klassenkonflikte im Japan der Nachkriegszeit, reale Angst vor Lösegeldentführungen, Polizei-Ethik, Überwachung, Medien und Informationsverarbeitung.
Warum wirkt Zwischen Himmel und Hölle über 60 Jahre später noch so modern? Und weshalb wurde Kurosawas Thriller zur Blaupause für spätere Kriminalfilme und Regisseure wie David Fincher, Bong Joon-ho und Spike Lee?
Eine Folge über Moral, Macht, Schuld, soziale Ungleichheit und einen der präzisesten Thriller der Filmgeschichte.
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