Mit America First stellt die Trump-Administration die Stärkung des U.S.-Binnenmarkts ins Zentrum der Handels- und Wirtschaftspolitik. Neben klassischen angebotsorientierten Maßnahmen der Steuersenkung und Deregulierung setzt die U.S.-Regierung verstärkt auf die gezielte Förderung strategischer Industrien, um Produktionskapazitäten zurück in die Vereinigten Staaten zu holen. Zusätzlich verfolgt Trump mit dem Einsatz von Zöllen eine protektionistische und transaktionale Handelspolitik, die zunehmend als geopolitisches Machtinstrument verstanden wird. Jedoch birgt die sicherheitspolitische Aufladung wirtschaftlicher Entscheidungen erhebliche Risiken. Bereits im Februar 2026 hatte der Oberste Gerichtshof zentrale, auf Notstandsrecht gestützte Zollmaßnahmen für unzulässig erklärt. Jüngst im Mai erklärte ein U.S.-Handelsgericht auch die daraufhin auf alternativer Rechtsgrundlage neu eingeführten Zölle der Trump-Administration für rechtswidrig. Ein weiteres Risiko für Trumps wirtschaftspolitischen Ansatz bilden die hohen Energiepreise infolge des Kriegs gegen den Iran. Der steigende Ölpreis treibt die Inflation und dämpft Konsum sowie Investitionen. Zudem verschärfen die energiepolitischen Verwerfungen sowie Androhung neuer Automobilzölle die wirtschaftspolitischen Spannungen mit Europa. Kann unter diesen Umständen der Abschluss des neuen transatlantischen Handelsabkommens gelingen? Darüber sprechen wir in dieser Folge von „America's Choice“ mit Prof. Dr. Dr. Ulrike Malmendier, Cora Jane Flood Professor of Finance und Professor of Economics an der University of California, Berkeley, sowie Melanie Vogelbach, Leiterin des Bereichs Internationale Wirtschaftspolitik und Außenwirtschaftsrecht beim DIHK.
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