Scott Ritter war US-Marineoffizier und UN-Waffeninspekteur. Im Gespräch mit Patrik Baab berichtet er von seiner Reise in den Donbass und erklärt, wie Drohnen, Satellitendaten und digitale Zielerfassung den Krieg verändert haben.
Ausgangspunkt ist Starobilsk. Ritter besuchte dort ein College, das im Mai 2026 von Drohnen getroffen wurde, und schildert Gespräche mit Augenzeugen sowie seine Fahrt durch ein Gebiet unter Drohnengefahr. Er ist überzeugt, dass das College gezielt als ziviles Objekt angegriffen wurde.
Von dort führt das Gespräch zur technischen Infrastruktur des Krieges: Starlink, Palantir, Satellitenaufklärung und die sogenannte „Kill Chain“. Ritter beschreibt, wie Daten verarbeitet und in Zielkoordinaten und Waffenwirkung übersetzt werden. Eine zentrale Rolle schreibt er dabei dem US-Stützpunkt Wiesbaden und der Zusammenarbeit zwischen den USA, der NATO und der Ukraine zu.
Weitere Themen sind westliche Geheimdienststrukturen in der Ukraine seit 2014, Stay-Behind-Netzwerke sowie die Entstehung der Gruppe Wagner. Ritter schildert seine Sicht auf Wagner, Bachmut, Prigoschins Meuterei und dessen Tod.
Besonders anschaulich wird das Gespräch beim modernen Drohnenkrieg: Ritter beschreibt Glasfaserkabel über Feldern und Wäldern, FPV-Drohnen, elektronische Kriegsführung und kleine Angriffstrupps. Nach seiner Analyse bestimmen Drohnen inzwischen Aufklärung, Kommunikation, Feuerleitung und Bewegung auf dem Gefechtsfeld.
Im letzten Teil geht es um Angriffe auf das russische Hinterland, Odessa, Geheimdiplomatie zwischen Washington und Moskau und die Frage: Wie kann aus konventioneller Eskalation durch Fehlwahrnehmung und Fehlkalkulation eine nukleare Krise entstehen?
Themen dieser Folge:
– Ritters Reise in den Donbass und nach Starobilsk
– Wie Drohnen den Ukrainekrieg verändert haben
– Starlink, Palantir und die „Kill Chain“
– Die Rolle des US-Stützpunkts Wiesbaden
– CIA-Kooperation und Stay-behind-Strukturen seit 2014
– Die Entstehung der Gruppe Wagner
– Bachmut, Prigoschins Meuterei und sein Tod
– Glasfaser- und FPV-Drohnen an der Front
– Angriffe auf russische Energieinfrastruktur
– Odessa und die wirtschaftliche Dimension
– Geheimdiplomatie zwischen Washington und Moskau
– Nukleardoktrin und die Gefahr einer Fehlkalkulation
– Ritters Einschätzung zur Zukunft der Ukraine und Europas
Scott Ritter:
„The drones are what drives the war.“
Kapitel:
00:00:00 – Intro
00:01:58 – Begrüßung und Vorstellung von Scott Ritter
00:03:15 – Reise in den Donbass & Der Drohnenangriff in Starobilsk
00:11:47 – Westliche Technologie im Einsatz: Starlink & Palantir
00:21:10 – US-Stützpunkt Wiesbaden & Die Rolle der NATO
00:26:24 – CIA-Präsenz und Spezialausbildung in der Ukraine seit 2014
00:29:07 – Nationalistisches Bataillone & Ausländische Söldner
00:31:30 – „Stay-Behind“-Netzwerke und Sabotage hinter den Linien
00:38:41 – Die Ursprünge der Gruppe Wagner im Donbass (2014)
00:45:20 – Wagner in Bachmut, Prigoschins Meuterei & der Absturz
00:54:36 – Augenzeugenberichte aus Starobilsk & menschliche Schicksale
00:58:03 – Die Revolution des Drohnenkriegs: Glasfaser & FPV-Taktiken
01:10:05 – Angriffe auf das russische Hinterland & Energieinfrastruktur
01:17:33 – Schließung des Hafens von Odessa & wirtschaftliche Folgen
01:22:20 – CIA-Direktor in Moskau: Hintergründe & Geheimdiplomatie
01:29:56 – Risiko einer nuklearen Eskalation & Treffen mit Botschafter Antonow
01:39:42 – Westliche Nukleardoktrin & die Rolle der europäischen Staaten
01:44:49 – Demografie der Ukraine, Kriegsausgang & geopolitische Folgen für Europa
01:51:15 – Fazit & Verabschiedung
Dieses Interview dient der politischen Meinungsbildung und freien Meinungsäußerung gemäß Art. 5 GG.
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