Niemand kommt, um dich zu retten. Und das ist die beste Nachricht.

Glück von anderen abhängig machen
Du sitzt auf dem Sofa, das Handy neben dir. Eigentlich wolltest du längst schlafen, aber ein Teil von dir wartet noch immer auf diese eine Nachricht. Vielleicht entschuldigt sich dein Partner. Vielleicht fragt jemand endlich, wie es dir wirklich geht. Vielleicht erkennt ein Mensch, wie sehr du dich bemühst, wie viel du trägst und wie lange du schon hoffst, dass sich etwas verändert.

Kommt die Nachricht, kannst du kurz aufatmen. Bleibt sie aus, wird aus Enttäuschung schnell dieses alte, schwere Gefühl: Ich bin wohl doch nicht wichtig genug. Und plötzlich hängt dein ganzer innerer Zustand davon ab, was ein anderer Mensch tut oder nicht tut. Genau hier beginnt die Frage, die unangenehm sein kann und gleichzeitig unglaublich viel verändern kann: Wie oft machst du dein Glück von anderen abhängig?

Nimm dir beim Lesen einen Moment Zeit und beobachte ehrlich, an welcher Stelle du gerade noch darauf wartest, dass jemand anderes dein Leben für dich verändert.

Warum wir unser Glück von anderen abhängig machen

Der Wunsch nach Liebe, Verständnis und Verlässlichkeit ist nicht falsch. Wir Menschen brauchen Beziehungen. Wir brauchen Nähe, Verbindung und das Gefühl, mit unserem Erleben nicht allein zu sein. Schwierig wird es erst dann, wenn unser innerer Halt vollständig davon abhängt, ob andere Menschen uns geben, was wir uns wünschen.

Dann hoffen wir, dass der Partner endlich verständnisvoller wird. Wir warten darauf, dass die Eltern anerkennen, was in unserer Kindheit gefehlt hat. Wir wünschen uns, dass Freunde sich häufiger melden, der Chef unsere Leistung sieht oder andere Menschen von selbst bemerken, wie erschöpft wir eigentlich sind. Hinter diesen Wünschen steckt oft nicht nur das Bedürfnis nach einem schönen Miteinander, sondern die Hoffnung, dass jemand im Außen eine alte innere Leere schließt.

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