Laura Leupi erkundet die Konturen eines Themas, das schier überbordend und unfasslich wirkt. Das Alphabet der sexualisierten Gewalt ist Suche und Dokumentation, Anklage und Aufruf, Momentaufnahme und Lexikon in einem. Der Text betreibt einen vehementen Appell zum Schutz vor Trauma und Unterdrückung mit einer Vielfalt von literarischen Mitteln. Fremde und eigene Einzelansichten werden zu einem Mosaik zusammengefügt, das dem Schrecken zuweilen unerwartete lyrische Momente abgewinnt. So wird der Versuch, Ordnung ins Chaos zu bringen gleichzeitig zu einer eindrucksvollen literarischen Selbstvergewisserung.