In dem Langgedicht „die spinne“ stellt Eva Maria Leuenberger die Frage: Wie begegnet man der drohenden, die ganze Umwelt umfassenden Katastrophe? Hauptfigur ist das „flügchen“, eine kleine, verletzliche Existenz, die mit „Du“ angesprochen wird und vom Fenster aus auf die Welt schaut. Zwischen Gefühlen von Schuld, Hilflosigkeit und Widerstand öffnet Leuenberger sprachliche Räume, die die Befindlichkeit unserer Zeit lesbar machen. Im Gespräch mit Christina Caprez nimmt Eva Maria Leuenberger uns mit auf einen Spaziergang durch Biel und erzählt, warum Spazieren für ihr Schreiben nicht Inspiration, aber dennoch essentiell ist.