Als politischer Dichter hat sich Joachim Ringelnatz eher keinen Namen gemacht. Aber wenn er will, dann kann er. Sein Gedicht „Auskehr“ von 1927 nimmt klar Stellung, gegen die Saubermänner, gegen die „schundigen, verbrauchten Besen“, die alles auskehren wollen, nur nicht vor der eigenen Haustür. Da hilft nur ein zauberlehrlingsartiger Befehlston: „Sagen wir nur: Nein! In die Ecke, Besen, Besen!“ Und dazu kommt ein offenes Bekenntnis zu Schmutz und Schund, vor allem aber zur Freiheit. Großes Kino! Dazu stellen die beiden Lyrikpodcast-Gastgeber Susanne Garsoffky und Friedemann Magaard das Gedicht „Zwiespalt“ von Therese Chromik, eine lyrische Fingerübung zu den Grundfiguren der Aufklärungsphilosophie und dem Zweifeln am Zweifeln. Aus der Vogelperspektive auf die Irrnisse und Wirrnisse früherer und heutiger Zeiten. Dazu gibt es Bibelworte von Paulus und nach Matthäus.
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