Im Sommer 2026 hat Deutschland drei Hitzewellen erlebt. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts gab es bis Mitte September mehr als 16.300 Hitzetote. Wie sich künftige Hitzesommer besser bewältigen lassen, wird zunehmend unter einem bislang wenig bekannten Begriff diskutiert: der Kältewende. Gemeint ist damit kein kühleres Klima. Vielmehr geht es als Gegenstück zur Wärmewende um einen ganzheitlichen, sozial gerechten und nachhaltigen Ausbau der Kühlung. Was eine solche Kältewende ausmacht, besprechen in dieser Folge Prof. Dr. Alexander Fekete, Professor für Risiko- und Krisenmanagement am Institut für Rettungsingenieurwesen und Gefahrenabwehr der Technischen Hochschule Köln, und Constanze Schmidt, wissenschaftliche Referentin für strategische Themenfeldentwicklung Klimaanpassung am Wuppertal Institut. Schmidt plädiert für ein koordiniertes Vorgehen in klaren Schritten: zuerst Klimaschutz, dann passive Kühlung der Städte, etwa durch Entsiegelung und Begrünung, und erst danach aktive Kühlung – vorrangig für Schulen, Kitas, Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser. Als effiziente Lösung nennt sie Fernkältenetze, mit denen sich Tausende einzelner Klimaanlagen einsparen ließen. Fekete erklärt aus Sicht der Gefahrenabwehr, wie Hitze fast alle Bereiche der kritischen Infrastruktur betrifft – von Bahnschienen bis zu Stromnetzen. Für ihn gehören Klimaschutz und Anpassung zusammen. Gemeinsam diskutieren die beiden, wie sich Kühlung sozial gerecht gestalten lässt, warum das Thema politisch bislang zu wenig Priorität hat, welche Rolle kommunale Hitzeaktionspläne spielen – und was ihnen Mut macht.
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