Klimaschutz findet in der Bevölkerung weiterhin breite Zustimmung, rutscht in den persönlichen Prioritäten jedoch nach hinten während sich der Ton der Debatte zugleich verschärft hat. Wie unter diesen veränderten Bedingungen über Klimaschutz gesprochen werden kann, diskutieren in dieser Folge Carla Reemtsma, Sprecherin von Fridays for Future, und Dr. Vita Zimmermann, Senior Researcherin im Forschungsbereich Produkt und Konsumsysteme am Wuppertal Institut. Sie sprechen darüber, wann es sinnvoll ist, Klimaschutz mit konkreten Vorteilen wie geringeren Kosten, mehr Lebensqualität oder Unabhängigkeit von fossilen Energieimporten zu verknüpfen – und wann das Klimaargument trotzdem nicht fehlen darf. Reemtsma und Zimmermann erörtern zudem den Vorwurf der Moralisierung, den Unterschied zwischen individueller und struktureller Verantwortung sowie die Frage, wie politische Entscheidungen das gesellschaftliche Selbstverständnis verschieben können. Einig sind sich beide, dass ökologische Optionen strukturell zur einfacheren Wahl werden müssen, statt jede Alltagsentscheidung zur moralischen Grundsatzfrage zu machen.
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