Eine der schwierigsten Aufgaben als Priester ist es ein Kind zu beerdigen. Es gibt kaum einen Moment, der emotional so tief berührt und gleichzeitig sprachlos macht. Wir stehen vor einem Leben, das viel zu kurz war und irgendwie muss man doch Worte finden. Worte, die trösten, Worte, die Hoffnung geben, Worte, die das Unfassbare ein Stück weit greifbar machen.In solchen Momenten merke ich dann, wie sehr ich auf Zeichen angewiesen bin, die den Menschen Hoffnung schenken. Ein Blick in den Himmel kann so ein Zeichen sein. "Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust, wird es dir sein, als lachten alle Sterne, weil ich auf einem von ihnen wohne, weil ich auf einem von ihnen lache." Antoine de Saint-Exupery hat diese Worte in seinem kleinen Prinzen geschrieben. Sterne sind mehr als ferne Lichter. Sie können ein Ort des Trostes sein, ein Spiegel für die Liebe Gottes, ein Zeichen, dass jedes Leben, so kurz es auch war, wertvoll und geborgen ist. "Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust, wird es dir sein, als lachten alle Sterne, weil ich auf einem von ihnen wohne, weil ich auf einem von ihnen lache." Die Sterne erinnern uns daran, dass Gott zu uns Menschen spricht, dass er ja sagt zu dieser Welt, zu uns, zu jedem Menschen, auch zu dem kleinen Kind, das stirbt.So spricht Gott sein Ja, so stirbt unser Nein, heißt es in einem Lied. Das Licht der Sterne ist ein Blick in die Ferne und zugleich ein Blick in die Vergangenheit. Ähnlich wie der Tod uns von Menschen scheidet, die wir lieben, bleiben wir aber weiterhin in ihrer Vergangenheit und in ihrer Erinnerung. Wenn wir auf sie blicken, wenn ein Leben nur kurz auf dieser Erde war, dann gewinnt jede liebevolle Geste, jede Berührung, jede gemeinsame Zeit noch einmal besondere Bedeutung. So wie das Licht der Sterne bleibt, so bleibt die Erinnerung an dieses Leben in unseren Herzen, in unseren Gedanken und bei Gott. Gott erinnert sich jedes Menschen. Gott holt ihn in sein Inneres. Er schenkt ihm Geborgenheit. Das, was wir lieben, verliert nicht seine Bedeutung nur durch den Tod, auch, wenn wir es nicht mehr in unseren Händen halten können.Der Sternenhimmel wird so zu einem Zeichen der Zusage Gottes. Licht bricht in die Dunkelheit. Ewigkeit durchdringt unsere Zeit und wir dürfen darauf vertrauen, dass die, die wir lieben, geborgen sind in diesem Licht. Das ist meine Hoffnung für jeden Menschen, so auch für den kleinen Moritz. Mögen wir allen Menschen ihren Platz bei Gott wünschen in der Geborgenheit, in der Liebe und in der Ewigkeit. Denn so spricht Gott sein Ja und so stirbt unser Nein. Schau einfach in den Himmel und blick auf die Sterne. Zeichen der Gegenwart Gottes.

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