Ich stand neulich in der Gemüseabteilung im Supermarkt und wollte meinen Mann rufen, um zu fragen, was wir die nächsten Tage essen wollen. Ich rufe also seinen Namen – und ein Mitarbeiter dreht sich völlig irritiert zu mir um. Ich schaue auf sein Namensschild… und merke: Ich habe einfach ihn beim Namen gerufen. Wir mussten beide lachen. Mit meinem eigenen Namen ist das übrigens anders. Mein Nachname wird fast immer falsch ausgesprochen. Ich bin das gewohnt und nehme es niemandem übel. Manchmal sage ich ihn einmal richtig – einfach so. Aber meistens lasse ich es auch gut sein. Und trotzdem: Es macht einen Unterschied, ob jemand meinen Namen richtig sagt. Weil ein Name mehr ist als ein Wort. Er gehört zu mir. Zu dem, wer ich bin. Und ich glaube: Gott kennt meinen Namen. Nicht nur so, wie er irgendwo steht. Sondern wirklich. Gott kennt mich – so wie ich bin. Und vielleicht sogar noch besser, als ich mich selbst kenne. Mit allem, was ich zeige. Und auch mit dem, was ich manchmal selbst noch gar nicht sehe. Und manchmal frage ich mich: Höre ich eigentlich, wenn Gott mich ruft? Zwischen all den Stimmen im Alltag, zwischen Gesprächen, Gedanken und Geräuschen. Vielleicht geht es gar nicht darum, alles sofort zu verstehen. Sondern darum, immer wieder kurz stehenzubleiben und hinzuhören. Weil da einer ist, der mich wirklich kennt. Und der mich beim Namen ruft.

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