Kurz nach den Anschlägen in den USA wird bekannt, dass drei der 9/11-Attentäter in Hamburg gelebt haben. Die WG in der Marienstraße 54 in Hamburg-Harburg gerät in den Mittelpunkt weltweiten Interesses. Welche Unterstützer hatten sie in Hamburg?

In Folge 2 von „Pearl Harburg – Deutschland nach 9/11“ geht Konstanze Nastarowitz zurück in die sogenannte „Terrorstraße“. 2026 wirkt sie vollkommen gewöhnlich: beige Fassaden, Alt- und Neubauten. Doch die Erinnerungen sind noch präsent: Der LKA-Beamte Andreas Lohmeyer steckt nach 9/11 plötzlich in Terrorermittlungen mit durchwachten Nächten: „Das war eine ganz furchtbare Mischung aus Trauer, Wut, Betroffenheit, Verzweiflung. Wenn Sie wissen, es gibt eine immer noch unsichtbare Bedrohung möglicherweise, dann gibt es natürlich ein sehr ausgeprägtes Gefühl von: ‚Für euch alle bin ich in meiner Rolle mitverantwortlich‘“. Im LKA entsteht eine „ungeheure Betriebsamkeit“, Lohmeyer arbeitet gemeinsam mit Bundeskriminalamt, Generalbundesanwalt und FBI an der Aufklärung.

Hamburg ist „geeint in Trauer und Fassungslosigkeit“, erzählt US-Generalkonsulin Susan Elbow, die bei einer Gedenkveranstaltung auf dem Rathausmarkt eine Rede hält. Sie erinnert sich auch an die Sorge um den Ruf der Hansestadt und den Versuch der Handelskammer, das gute Image von Hamburg in den USA zu erhalten - durch eine ganzseitige Anzeige in der New York Times.

Für Sibylle Dircks wird das amerikanische Generalkonsulat zu einem Ort der Trauer und der verzweifelten Hoffnung bis zuletzt: Sie hängt dort eine Vermisstenanzeige für ihren Bruder auf, der ausgerechnet am 11. September beruflich im World Trade Center zu tun hatte, im 106. Stock. Sie gibt die Hoffnung nicht auf.

Der deutsch-afghanische Schüler Behnam empfindet bei der kollektiven Trauer und Solidarität mit den USA auch ein gewisses Störgefühl: „Ich erinnere mich daran, dass die Schülerschaft sich so ein bisschen in migrantische und nicht-migrantische Kinder und Jugendliche in dieser Frage spaltete“. Jugendliche mit Einwanderungsgeschichte aus ähnlichen Ländern wie die Attentäter fühlen sich auf einmal unter Rechtfertigungsdruck. Gleichzeitig sehen sie in den USA nicht den schützenden Bruder, sondern das Land, das für Krieg und Gewalt in ihren Heimatländern verantwortlich ist. Behnam organisiert spontan eine Demo: Gegen die geplante US-Militäraktion in Afghanistan.

NDR Doku: „Das Erbe von 9/11 – Deutschland nach den Anschlägen“
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Podcast-Empfehlung: „Weltspiegel Podcast“
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