In dieser Folge von „Ungehalten" ist die Diplom-Psychologin und Traumatherapeutin Katharina Kautzsch zu Gast, um die Wochenkrippenerfahrung aus fachlicher Perspektive einzuordnen. Sie erläutert Konzepte wie den Totstellreflex, die „traumatische Zange" und die Rolle von Oxytocin bei der Bindungsregulation. Anhand der Unterscheidung zwischen Löwenzahn- und Orchideenkindern erklärt sie, warum Kinder unterschiedlich auf Trennungserfahrungen reagieren. Themen sind zudem die Entwicklung von Objekt- und Personenpermanenz, verschiedene Bindungsmuster nach Mary Ainsworth (sicher, ambivalent, vermeidend, desorganisiert) sowie die Bedeutung von Feinfühligkeit und Framing beim Übergang in die Fremdbetreuung. Kautzsch ordnet die Wochenkrippenzeit als mögliches Entwicklungs- und Bindungstrauma ein und verweist auf epigenetische Forschung zu transgenerationaler Weitergabe von Stresserfahrungen. Diskutiert werden außerdem gesellschaftliche Rahmenbedingungen damals und heute, die Verantwortung von Eltern und Politik sowie aktuelle Debatten um 24-Stunden-Kitas. Die Folge schließt mit einem Ausblick auf die nächste Episode zum Umgang mit solchen Traumata.

Hier der Link zum Buch von Katharina Kautzsch "Geborgenheitserleben in Krisen, Leid und Trauer: Tröstend und heilsam begleiten":

https://www.buch7.de/produkt/geborgenheitserleben-in-krisen-leid-und-trauer-katharina-kautzsch/1048698925?ean=9783525408285

Hier der Link zu ihrer Website:
https://katharina-kautzsch.de/

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