Karim El-Gawhary spricht in seinem Plädoyer bei der Republica Vienna über die Bedeutung öffentlich-rechtlicher Medien für Demokratie, gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Kontrolle politischer Macht. Aus seiner langjährigen Erfahrung als Korrespondent in Kairo kennt er zugleich die Folgen staatlich gelenkter Medien und zieht eine klare Grenze zwischen öffentlich-rechtlichem Rundfunk und echtem Staatsfunk. El-Gawhary kritisiert die politische Einflussnahme auf den ORF und fordert eine Entpolitisierung sowie Reformen, ohne den öffentlich-rechtlichen Rundfunk kaputtzusparen. Ein besonderes Problem sieht er im sinkenden Vertrauen in die Medien und vor allem in der Berichterstattung über Gaza und Israel, bei der er ein Ungleichgewicht bei Quellen und Perspektiven feststellt. Medien dürften ihr Publikum nicht bevormunden, sondern sollten Menschen dazu bringen, selbst kritisch zu denken und auch die Medien zu hinterfragen. Gerade angesichts von Social Media müsse der öffentlich-rechtliche Rundfunk einen Mehrwert schaffen, etwa durch unabhängige Recherche, Berichterstattung vor Ort und journalistische Einordnung. Mit Blick auf Künstliche Intelligenz erwartet El-Gawhary, dass vor allem jener Journalismus Bestand haben wird, der auf persönlicher Erfahrung, Kreativität, Analyse und Berichterstattung aus erster Hand beruht. Sein Plädoyer lautet deshalb, öffentlich-rechtliche Medien zu reformieren und ihre Unabhängigkeit zu verteidigen und sie auch immer kritisch zu verfolgen und zu hinterfragen.
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