Krieg und Folter hinterlassen nicht nur sichtbare Zerstörungen, sondern können die Psyche von Menschen über Jahre und sogar über Generationen hinweg prägen. Karim El-Gawhary spricht mit Tadeja Lackner und Nora Ramirez über die Arbeit des Wiener Betreuungszentrums Hemayat, das Überlebende von Krieg und Folter psychologisch, psychotherapeutisch und psychiatrisch betreut. Hemayat leistet jährlich rund 26.000 Betreuungsstunden und versorgte zuletzt mehr als 2.000 Menschen, während gleichzeitig 637 schwer traumatisierte Personen auf einen Behandlungsplatz warten. Besonders schwierig ist für viele Betroffene der Verlust von Vertrauen, das Gefühl ständiger Bedrohung sowie Flashbacks, Dissoziation, Scham und die Unfähigkeit, über das Erlebte zu sprechen. In der Therapie geht es deshalb zunächst um Sicherheit, Vertrauen und darum, den Menschen ihre Würde zurückzugeben, bevor traumatische Erlebnisse überhaupt vorsichtig aufgearbeitet werden können. Lackner und Ramirez erklären, dass vollständige Heilung nicht immer möglich ist, es aber häufig gelingen kann, Menschen dabei zu unterstützen, mit ihrer Geschichte und den Folgen des Traumas wieder ein lebenswertes Leben zu führen. Gleichzeitig sprechen die Gäste über die enorme Versorgungslücke, die langen Wartezeiten und die finanziellen Unsicherheiten von Hemayat, dessen Angebote teilweise durch öffentliche Förderungen und einen Krankenkassenvertrag finanziert werden.
Podden och tillhörande omslagsbild på den här sidan tillhör
Karim El-Gawhary. Innehållet i podden är skapat av Karim El-Gawhary och inte av,
eller tillsammans med, Poddtoppen.