Die Region Nahost gehört zu den weltweit am stärksten vom Klimawandel betroffenen Gebieten. Der Arabische Golf erwärmt sich etwa doppelt so schnell wie der globale Durchschnitt, während sich auch der Mittelmeerraum deutlich schneller aufheizt. Extreme Hitze, Wasserknappheit, Desertifikation und steigende Meeresspiegel bedrohen die Lebensgrundlagen vieler Menschen.
Trotz der negativen Entwicklungen sieht der Vortrag auch einen positiven Trend: Die globale Energiewende wird zunehmend nicht durch Umweltbewusstsein, sondern durch das Bedürfnis nach Energiesicherheit vorangetrieben.
Zwei große Krisen – Russlands Angriff auf die Ukraine und die Unsicherheit rund um die Straße von Hormus – haben gezeigt, wie verwundbar Staaten durch fossile Energien sind. Fossile Brennstoffe können als geopolitische Waffe eingesetzt werden, während erneuerbare Energien nach ihrer Installation weitgehend unabhängig von internationalen Konflikten funktionieren
China wird als der entscheidende Gewinner dieser Entwicklung beschrieben. Das Land hat seine Strategie aufgrund seiner starken Abhängigkeit von Ölimporten grundlegend verändert und ist heute weltweit führend bei Solar- und Windenergie.
China verfügt über eine installierte Solarleistung von fast 900 Gigawatt, produziert enorme Mengen erneuerbarer Energie und exportiert mittlerweile mehr grüne Technologien als die USA fossile Energien. Durch günstige Preise und hohe Produktionskapazitäten prägt China zunehmend die Energiesysteme in Afrika, Asien und anderen Regionen.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Umweltbelastung durch Kriege und Militärs. Militärische Emissionen werden oft nicht erfasst, obwohl sie zu den größten Verursachern von Treibhausgasen gehören. Würde das Militär aller Staaten als eigenes Land gelten, läge es bei den Emissionen weltweit auf Platz vier.
Doch paradoxerweise sind es in Kriegen nicht der CO2-Ausstoss militärischer Hardware oder die Zerstörung, sondern der Wiederaufbau der für die mit Abstand meisten Emissionen. Man könne den Menschen in Gaza aber nicht sagen, dass ihre Häuser nicht wieder aufgebaut werden können, weil das für zu viel Emissionen sorgt. „Wir müssen dafr sorgen, dass nichts zerstört wird“, argumentiert El-Gawhary. In diesem Sinne, sagt er, sei der Frieden nicht nur die Abwesenheit von Krieg, sondern rein ökologisch gesehen immer die schadenfreiste Variante.
Musik: Nour Ashour
Produktion: Felix Tappeimer