In den Ländern von Russland bis Iran regiert ein Autokrat neben dem
anderen – mit einer Ausnahme. Es gibt ein Land, das am 7. Juni eine
echte Wahl hat: Armenien. 2,5 Millionen Wahlberechtigte können über 18
Wahlbündnisse abstimmen. Der jetzige Premierminister Nikol Paschinjan
wirbt dabei für eine Annäherung an die EU.
Dabei ist Paschinjan innenpolitisch angeschlagen. Denn unter seiner
Regierung verlor Armenien 2020 einen Krieg gegen Aserbaidschan, drei
Jahre später nahm Aserbaidschan die von Armeniern bewohnte Exklave
Bergkarabach ein. Ein nationales Trauma für Armenien – aber auch eine
Chance, wie Nikol Paschinjan meint.
Seine wichtigsten Herausforderer sind drei einflussreiche Oligarchen mit
engen Verbindungen zum Kreml. Laut Recherchen investigativer Medien
haben sie ihr Vermögen teils mithilfe von Putins Regierung gemacht. Denn
die pumpt viel Geld in den armenischen Wahlkampf, um aus Armenien wieder
einen treuen Vasallenstaat zu machen. Und dafür ist diese Wahl
entscheidend. Schon warnt Wladimir Putin Paschinjan vor einer Annäherung
an die EU und droht ihm offen.
Welche Chancen hat Nikol Paschinjan, sich dem russischen Druck zu
widersetzen? Wer sind seine schillernden Herausforderer? Und welche
Folgen hätte die Wahl für Moskau? Darüber diskutieren Alice Bota und
Michael Thumann, der gerade von einer Recherche in Armenien
zurückgekehrt ist, in der aktuellen Folge des Ostcasts.
Im Ostcast diskutieren wir alle drei Wochen über Politik und
Gesellschaft der osteuropäischen Länder. Alice Bota berichtet von ihren
Gesprächen und Erfahrungen in Osteuropa, Michael Thumann erzählt von
seinen Begegnungen und Reisen in Russland und den Nachbarländern.
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