Lange Zeit bekam die Bevölkerung in Russlands Metropolen wenig vom Krieg
mit. Doch nun fallen Drohnen auf Moskau und St. Petersburg, Behörden
schalten das Mobilnetz ab, Lebensmittel werden teurer. Weil die Ukrainer
gezielt Ölraffinerien angreifen, fehlt es auf der Krim und in russischen
Provinzen an Benzin. Im fünften Jahr des Krieges gegen die Ukraine
rutscht Russland in eine tiefe Krise, deren Ende nicht absehbar ist.
Im neuen »Ostcast« beschreiben Michael Thumann und Alice Bota das große
Unbehagen, das sich in Russland ausbreitet. In Moskau, der Stadt mit der
besten Flugabwehr des Landes, stellen die Menschen fest, dass die Armee
viele Drohnenangriffe nicht abwehren kann. Sie merken, dass die
Regierung ihnen ein ruhiges Leben nicht mehr garantieren kann. Und dass
das Geld nicht mehr reicht. Während eine klassische
Mittelschichtsfamilie in den teuren Großstädten immer schlechter über
die Runden kommt, aber schweigt, überziehen die früher kremlfreundlichen
Kriegsblogger ihre Regierung mit teils derber Kritik.
Jahrelang ließ Putin die Bevölkerung glauben, Russland werde in der
Ukraine siegen. Nun aber spüren viele, dass das nicht stimmt und dass
diese Krise nicht einfach vorbeiziehen wird. Doch kann das Unbehagen
Putin wirklich gefährden?
Alle drei Wochen sprechen wir im »Ostcast« über Politik und Gesellschaft
der osteuropäischen Länder. Alice Bota berichtet von ihren Gesprächen
und Erfahrungen in Osteuropa, Michael Thumann erzählt von seinen
Begegnungen und Reisen in Russland und den Nachbarländern.
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