Heute zu Gast im Studio Gastro: Jan Hartwig.

Drei Michelin-Sterne. Mehrfach als einer der besten Köche Deutschlands ausgezeichnet. Und trotzdem beginnt dieses Gespräch nicht mit Auszeichnungen, sondern mit einer einfachen Frage: Kocht man eigentlich für Sterne oder für Erinnerungen?

Jan Hartwig hat sich entschieden.

Er erzählt, warum er den sicheren Weg im Bayerischen Hof verlassen hat, weshalb ihn viele damals für verrückt hielten und warum er trotzdem überzeugt war, noch einmal ganz von vorne anfangen zu müssen. Mit seinem eigenen Restaurant. Mit seinem eigenen Team. Mit seiner eigenen Vorstellung davon, wie Gastlichkeit heute aussehen sollte.

Wir sprechen über Hierarchien, die keine sein müssen. Über Köchinnen und Köche, die selbst an den Tisch gehen. Über Servicekräfte, die keine Texte auswendig aufsagen, sondern Gastgeber sein dürfen. Und darüber, warum es völlig egal ist, von welcher Seite ein Teller serviert wird – solange jeder Mensch im Restaurant genau weiß, was er tut.

Jan erklärt, weshalb er den Begriff Fine Dining eigentlich nicht mag, warum für ihn auch ein perfektes Butterbrot, eine Pasta auf einer karierten Tischdecke oder ein Hähnchen im Biergarten Spitzenküche sein können und weshalb außergewöhnliches Essen viel weniger mit Luxus zu tun hat, als viele glauben.

Wir sprechen über Perfektion. Oder besser gesagt: über den Versuch, ihr jeden Tag ein kleines Stück näherzukommen. Denn einer seiner wichtigsten Sätze lautet: „Ich möchte heute besser sein als gestern.“ Als Koch. Als Chef. Als Vater. Als Mensch.

Außerdem geht es um Michelin-Sterne, um den Mut, bei null anzufangen, um Teamgeist statt Eitelkeit, um Gäste, die Nachschlag bestellen, um Senfeier, Königsberger Klopse und die Frage, warum ein Restaurant niemals an einer einzigen Person hängen sollte – selbst dann nicht, wenn ihr Name über der Tür steht.

Vor allem aber ist diese Folge eine Erinnerung daran, worum es in der Gastronomie eigentlich geht: nicht um Auszeichnungen. Nicht um Regeln. Nicht um Etikette. Sondern um Menschen. Um Momente. Und um Erinnerungen, die oft viel länger bleiben als jeder einzelne Gang.

Viel Spaß beim Hören.

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--- Credits ---

Produktion: Studio Haebel Broadcast, Weronika Bizetic und Sebastian E. Merget Kreative Direktion: Sebastian E. Merget Executive Producer: Fabio Haebel Ton und Schnitt: Weronika Bizetic Sounddesign: Stefan Valerio Meister

Studio Gastro ist eine MERGETNICHT Produktion

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