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Journal Club Folge 59 (KW 12): Perioperatives Management der Herzinsuffizienz im Kontext der SGLT2-Inhibitor-Therapie

Dela

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Herzinsuffizienz zählt zu den wichtigsten Risikofaktoren für perioperative Morbidität und Mortalität. Gleichzeitig gewinnen SGLT2-Inhibitoren als leitliniengerechte Therapie bei Herzinsuffizienz zunehmend an Bedeutung – mit neuen Herausforderungen für die perioperative Medizin. In dieser Episode besprechen wir, worauf es bei präoperativer Risikostratifizierung, intraoperativem Management und dem Umgang mit der potenziell euglykämen SGLT2i-assoziierten Ketoazidose ankommt.

Roth S, Wagner NM. Perioperatives Management der Herzinsuffizienz im Kontext der SGLT2-Inhibitor-Therapie. Anästh Intensivmed. 2026;67:4–15. DOI: 10.19224/ai2026.004

Die chronische Herzinsuffizienz ist eine häufige und prognostisch hochrelevante Komorbidität bei Patient:innen, die sich nichtkardiochirurgischen Eingriffen unterziehen. Sie ist mit einer deutlich erhöhten perioperativen Morbidität und Mortalität assoziiert. Der Übersichtsartikel von Roth und Wagner stellt die aktuelle Evidenz zur präoperativen Evaluation, zur perioperativen Fortführung leitliniengerechter Herzinsuffizienztherapie und zu den Besonderheiten des perioperativen Managements unter SGLT2-Inhibitoren systematisch dar. 

Ein zentraler Fokus liegt auf der modernen leitliniengerechten Pharmakotherapie der Herzinsuffizienz. Diese soll perioperativ grundsätzlich fortgeführt werden, sofern keine Kontraindikationen bestehen. Im Kontext von HFrEF, HFmrEF und HFpEF nehmen SGLT2-Inhibitoren inzwischen eine wichtige Rolle ein. Gleichzeitig stellen sie im perioperativen Umfeld eine besondere Herausforderung dar, da sie mit einer SGLT2i-assoziierten, potenziell normoglykämen Ketoazidose assoziiert sein können. Der Artikel erläutert, dass diese Komplikation durch perioperative Nüchternheit, chirurgischen Stress, Inflammation und Volumenmangel begünstigt werden kann und diagnostisch besonders relevant ist, weil Ketone in der üblichen Blutgasanalyse nicht automatisch erfasst werden. 

Für die Diagnostik empfehlen die Autor:innen bei unklarer metabolischer Azidose unter SGLT2i-Therapie ausdrücklich die Bestimmung von Ketonen, idealerweise von Beta-Hydroxybutyrat im Blut. Die Urindiagnostik kann falsch-niedrige oder negative Ergebnisse liefern, da dort vor allem Acetoacetat nachgewiesen wird. Therapeutisch steht bei Verdacht auf SGLT2i-assoziierte Ketoazidose die kombinierte Gabe von Glukose und Insulin mit engmaschiger Überwachung des Säure-Basen-Haushalts und der Elektrolyte im Vordergrund.

Hinsichtlich des präoperativen Umgangs mit SGLT2-Inhibitoren beschreibt der Artikel eine weiterhin unklare Evidenzlage. Mehrere Fachgesellschaften empfehlen ein präoperatives Pausieren, meist etwa 72 Stunden vor elektiven Eingriffen, zugleich weisen neuere Daten darauf hin, dass ein pauschales Absetzen insbesondere bei Hochrisikopatient:innen mit Herzinsuffizienz auch Nachteile haben könnte. Daraus leiten die Autor:innen ein differenziertes, individualisiertes Vorgehen ab, das Nutzen und Risiko sorgfältig gegeneinander abwägt. Im intraoperativen Management wird ein organprotektives, engmaschig hämodynamisch gesteuertes Vorgehen betont, einschließlich früh etablierter invasiver Blutdruckmessung bei Herzinsuffizienzpatient:innen.

nsgesamt unterstreicht der Beitrag, dass Patient:innen mit Herzinsuffizienz ein individualisiertes perioperatives Management benötigen und dass der optimale perioperative Umgang mit SGLT2-Inhibitoren derzeit noch nicht abschließend geklärt ist. Die SGLT2i-assoziierte Ketoazidose stellt dabei eine diagnostische und therapeutische Schlüsselherausforderung für die perioperative Medizin dar.

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