Unsere Gegenwart steht unter Strom. Krisen überlagern sich, Bilder jagen sich, und Empörung sucht sofort ein Ziel. Kaum nehmen wir etwas wahr, wird es bereits bewertet: richtig oder falsch, dafür oder dagegen.

Dabei geht etwas verloren, das jeder politischen Haltung vorausgeht: die Fähigkeit, genau hinzuschauen. Wer nicht mehr schaut, sondern nur noch reagiert, sieht keine Menschen mehr – sondern Positionen, Rollen und Gegner. Hier beginnt autoritäres Denken.

In dieser Folge spreche ich mit dem Körperpsychotherapeuten Ulrich Sollmann über die massenpsychologischen Dynamiken des Autoritarismus. Gemeinsam gehen wir der Frage nach, warum sich Empörung so leicht ausbreitet, weshalb demokratische Kulturen zunehmend unter Druck geraten und wie wir dieser Entwicklung etwas Selbstwirksames, Verbindendes und Sinnstiftendes entgegensetzen können.

Ein Gespräch über Wahrnehmung, Körper, Gesellschaft – und darüber, warum genaues Hinschauen heute wichtiger ist denn je.

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