Wer in den Neunzigerjahren ins Internet wollte, musste erst einmal
sichergehen, dass der Computer frei war und niemand telefonierte. Dann
machte das Modem seltsame Einwahlgeräusche, und irgendwann bekam man
eine Website angezeigt. So sah die Kindheit von Millennials wie Lisa
Hegemann und Rose Tremlett aus, den Moderatorinnen des
ZEIT-Optimierungspodcasts »Geht da noch was?«.
Heute ist das etwas anders. Mit nur einem Klick können Heranwachsende
binnen Sekunden YouTube-Videos abspielen, TikTok-Clips wischen,
Nachrichten lesen, Spiele spielen. In dem kleinen rechteckigen Kasten
wartet eine ganze Welt voller Informationen – aber es lauern auch
unendliche Feeds, die zum Immer-weiter-Scrollen verführen. Challenges in
sozialen Medien, die zu gefährlichen Mutproben ermuntern. Rabbitholes,
die immer tiefer in die Verschwörungsabgründe des Internets locken.
Fremde, die mit unangenehmen Nachrichten in die DMs sliden. Vieles davon
gab es auch schon in den Neunzigern. Doch die Geschwindigkeit hat sich
vervielfacht. Vielen Eltern machen diese Entwicklungen Angst.
Wie kann man seine Kinder in die digitale Welt so begleiten, dass sie
die vielen Vorteile erleben – und gleichzeitig nicht ihre ganze Freizeit
vor dem flimmernden Ding verbringen? Lisa recherchiert seit vielen
Jahren zu der Frage, was Smartphones mit Kindern machen und wie man sie
vor den Gefahren im Internet schützen kann. Sie hat Ratschläge aus drei
Kategorien gesammelt: wie man Kindern Medienkompetenz vermittelt, wie
sie lernen, ihr Verhalten zu reflektieren – und wie man tief in den
Smartphone-Einstellungen den Medienkonsum des Kinds wenigstens ein
bisschen kontrollieren kann (wenn man das möchte).
Bonus: Fast alle Regeln lassen sich nicht nur auf Heranwachsende
anwenden – sondern auch auf das eigene Nutzungsverhalten.
Ihr habt eine Idee für ein Thema, das wir dringend optimieren sollten?
Dann schreibt uns an gehtdanochwas@zeit.de.
Im ZEIT-Podcast »Geht da noch was?« suchen Rose Tremlett und Lisa
Hegemann Tipps für ein leichteres und entspannteres Leben. Sie sprechen
dafür mit Vorbildern sowie Expertinnen und wühlen sich durch Bücher
sowie Studien. Jeden zweiten Montag erscheint eine neue Folge.
Weiterführende Links und (im Podcast erwähnte) Lektüre:
- Unsere ZEIT-Kollegin Luisa Jacobs hat drei Monate lang auf ihr
Smartphone verzichtet. Hier erzählt sie, was das mit ihr gemacht
hat: »Drei Monate ohne Smartphone, drei Gehirnscans, eine
Erkenntnis«
- Unsere Kollegen Eva Wolfangel und Jan Schwenkenbecher erklären in
diesem Text die Wirkmechanismen von sozialen Medien: »Das passiert
im Gehirn, wenn Sie durch Insta scrollen«
- Die Wissenschaftlerin Jean M. Twenge hat ein Buch mit zehn
Ratschlägen für Eltern in einer hochtechnologisierten Welt
geschrieben: »10 Rules for Raising Kids in a High-Tech World«, Atria
Books; 224 Seiten. (Lisas Rezension dazu lest ihr hier)
- Der Social-Media-Verbotspionier Jonathan Haidt hat nach seinem
Bestseller »Generation Angst« gemeinsam mit Catherine Price ein Buch
geschrieben, das sich an Kinder und Jugendliche richtet und für ein
Leben abseits des Bildschirms plädiert: »Generation Glücklich«,
Zuckersüß-Verlag; 240 Seiten.
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