Wie organisiert sich ein Institut selbst, das mitten in einer klassisch aufgebauten Hochschule steht? Und was tut man, wenn das Kleid für die bisherigen Strukturen zu eng wird?
In dieser Folge nehmen wir euch mit an das Institut Digitales Bauen der FHNW. Das 2018 gegründete Institut ist schnell gewachsen. Statt ein mittleres Management einzuziehen, hat sich das Leitungsgremium für Selbstorganisation entschieden. Heute arbeiten sechzehn Mitarbeitende in fünf Kreisen, eingebettet in eine sehr lineare Hochschulstruktur. Wir sprechen darüber, wie Entscheidungen dorthin wandern, wo das Wissen liegt, wie die Schnittstelle zur Hochschule immer wieder neu verhandelt wird und warum Transparenz gestaltet werden muss.
Nora erzählt offen, dass der Anfang «ein totaler Krampf» war und dass es bis heute zwischen Begeisterung und Zweifel hin und her geht. Gerade die schwierigen Momente haben im Team das grösste Verständnis geschaffen. Und manchmal bewegt ein schlichtes «Gibt es Einwände?» mehr als jeder aufwendige Prozess.
Ein Gespräch über Selbstorganisation, die nie fertig ist.
Aufgenommen am 14. Oktober 2025.
Über meine Interviewpartnerin
Prof. Nora Dainton ist Leiterin a. i. des Instituts Digitales Bauen und Studiengangleiterin des Masterstudiengangs MSc FHNW in Virtual Design and Construction (VDC) an der Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik der FHNW. Bis zu ihrer Berufung als Professorin Anfang 2021 war sie über zehn Jahre am Institut Industrial Design als Dozentin tätig. In ihrer eigenen Firma setzte sie Projekte in Prozessgestaltung und Design um und unterstützte Firmen beim Erarbeiten von Lehr- und Lernkonzepten. Das Ausloten von Potenzialen in der Lehre wie auch in der Gestaltung von Orten, Objekten und Prozessen zieht sich durch ihre Arbeit.
Über das Institut
Das Institut Digitales Bauen der FHNW verbindet angewandte Forschung, Ausbildung und Weiterbildung mit der Praxis. Es arbeitet daran, Bauprojekte mit digitalen Methoden, klaren Prozessen und innovativen Organisationsformen effizienter und erfolgreicher umzusetzen. Im Fokus steht die Digitalisierung des Bau- und Immobilienwesens, und mit ihr die Organisationsformen, Prozesse und Werkzeuge, die diesen Wandel begleiten. Das Institut setzt dabei bei sich selbst an: Es ist als Kreisorganisation aufgestellt und orientiert sich an den Prinzipien der Selbstorganisation.
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