Die Weiterentwicklung der EU-Offenlegungsverordnung zu einer reformierten SFDR 2.0 schreitet voran, in den kommenden Monaten stehen die Trilog-Verhandlungen auf der Agenda. Viele Regelungen lassen sich jedoch deutlich besser auf liquide Assets als auf Private Markets anwenden, findet Christian Schütz, Head of Sustainable Investing bei Golding Capital Partners. Die SFDR 2.0 könne an vielen Stellen mehr Klarheit bringen. Jedoch bedauert er es, dass Private Markets „nicht wirklich mitgedacht“ wurden.

Golding Capital verwaltet knapp 17 Mrd. Euro Assets under Management und investiert in Infrastruktur – früheren Angaben zufolge das Gebiet, auf das rund die Hälfte der Assets entfallen –, in Private Credit und Private Equity. Schütz sieht bei der SFDR 2.0 noch offene Detailfragen. So sollen gemäß der geplanten Regelung künftig 70% eines Portfoliobestands direkt die Kriterien der jeweils gewählten Nachhaltigkeitskategorie unterstützen. Bei Private Markets werde dies schwer zu bewerten.

Ähnlich sei es mit Ausschlusskriterien. „Die kann ich messen zum Zeitpunkt, zu dem ich investiere“, erklärt Schütz. Danach lägen Unternehmen aber oft über viele Jahre im Portfolio. Sollten sie sich in eine Richtung entwickeln, die den Ausschlusskriterien zuwiderläuft, lassen sie sich bei geschlossenen Strukturen nicht einfach austauschen. „Diese Nuancen sind nicht mitgedacht.“ Über Engagement in Verbänden versucht Golding, diese Position auch in Brüssel sichtbar zu machen.

Welche Fragen aus seiner Sicht noch offen sind und wo er Möglichkeiten seiner Branche sieht, auf ESG-Themen Einfluss zu nehmen, erklärt er im Podcast „Nachhaltiges Investieren“ der Börsen-Zeitung.

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