Im letzten Teil unseres Týr-Kompendiums folgen wir den Spuren eines Gottes, von dem erstaunlich wenig geblieben ist.

Wir begegnen Týr noch einmal in den Sagen und Überlieferungen, werfen einen Blick auf seine Symbole und die Tiwaz-Rune und stellen dabei auch die Frage, was tatsächlich mit ihm verbunden werden kann – und was ihm erst später zugeschrieben wurde.

Dann führt uns der Weg dorthin, wo die Geschichte der Götter endet:

Ragnarök.

Während Fenrir Odin verschlingt und Thor der Midgardschlange gegenübertritt, kämpft Týr gegen Garmr. Beide töten einander.

Kein großer Triumph.

Keine Rettung in letzter Sekunde.

Nur ein letzter Kampf – und ein Gott, der bis zum Ende bleibt.

Damit kehren wir zu der Frage zurück, die uns durch dieses gesamte Kompendium begleitet hat: Was bleibt von einem Gott, dessen Geschichten größtenteils verloren gegangen sind?

Vielleicht weniger, als wir gerne hätten.

Aber genug, um ein Muster zu erkennen.

Týr gibt seine Hand, damit eine Bindung Bestand hat. Er steht in unserer Überlieferung neben Recht, Eid und Ordnung. Und am Ende begegnet er seinem eigenen Untergang.

Daraus entstand während unserer Reise eine Lesart, die keine überlieferte Glaubensformel, sondern unser Versuch ist, die erhaltenen Fragmente zusammenzudenken:

Týr ist nicht das, was gemessen wird.

Týr ist der Maßstab.

Andere Götter handeln. Týr haftet.

Damit endet unsere Reise zu einem der ältesten – und zugleich rätselhaftesten – Götter der germanischen Welt.

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