TÝR – DER VERGESSENE GOTT | TEIL II

Nachdem wir in Teil I seinem Namen bis weit in die Vergangenheit gefolgt sind, verlassen wir diesmal die reine Sprachgeschichte und stellen eine andere Frage:

In welcher Welt könnte ein Gott wie Týr eigentlich Bedeutung gehabt haben?

Wir sprechen über eine germanische Welt in Bewegung, über Gemeinschaften, Grenzen und die Frage, wie Menschen Verbindlichkeit schaffen, wenn es keinen modernen Staat gibt, der sie garantiert. Damit führt uns der Weg zum Thing – zu Versammlung, Recht und gemeinschaftlicher Ordnung – und zu einer der spannendsten historischen Spuren rund um Týr: Mars Thingsus.

Doch wie so oft bei Týr müssen wir vorsichtig bleiben. Wie viel davon können wir tatsächlich mit ihm verbinden? War Týr wirklich ein „Gott des Rechts“ – oder versuchen wir, aus wenigen Spuren ein viel zu sauberes Bild zu bauen?

Zum Abschluss wird es persönlicher: Wir schauen uns Týrs Familie und Herkunft an. Und ausgerechnet dort widersprechen sich unsere Quellen. Ist Týr der Sohn Odins? Oder ist der Jötunn Hymir sein Vater? Vielleicht müssen wir uns von der Vorstellung verabschieden, dass es jemals die eine, widerspruchsfreie Version seiner Geschichte gegeben hat.

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