Seit dem gescheiterten Putschversuch am 15. Juli 2016 hat sich die Türkei grundlegend verändert. Die Regierung machte die Bewegung des Predigers Fethullah Gülen verantwortlich, deren Anhänger zuvor in Justiz, Polizei, Militär, Bildungssystem und Bürokratie aufgestiegen waren – die größte Säuberungswelle in der Geschichte der Republik begann.
Zehntausende wurden verhaftet und mehr als hunderttausend Staatsbedienstete entlassen oder suspendiert. Gülen-nahe Schulen, Universitäten, Medienhäuser, Unternehmen und Vereine wurden geschlossen oder unter staatliche Verwaltung gestellt, viele Anhänger flohen ins Ausland.
Gleichzeitig wurde das politische System zu einem Präsidialsystem mit deutlich erweiterten Befugnissen für Recep Tayyip Erdogan umgebaut, die politische Kontrolle über Justiz, Medien und staatliche Institutionen verstärkt. Viele sehen in der Türkei mittlerweile eine Autokratie.

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