Zum 800. Todestag von Franz von Assisi zeichnet Kirchenhistoriker Volker Leppin Franziskus als «unbequemen Heiligen». Dessen Naturmystik und radikal alternativer Lebensstil inspirieren bis heute. Das Beispiel Franziskus zeige, wie revolutionär christliche Mystik wirken kann.
Mystikerinnen und Mystiker seien meist «unbequem» gewesen: für die Amtskirche ebenso wie für die Gesellschaft. So auch Franz von Assisi: Der stellte mit seiner radikalen Armut den Lebensstil der Mehrheit fundamental infrage. Damit inspiriere Franziskus bis heute, auch wegen seiner Naturmystik. Als der, der den Vögeln predigte, könnte er leicht «verniedlicht» werden. Dabei war Franziskus’ Mystik radikal.
Im Gespräch mit Volker Leppin fragt Judith Wipfler, was christliche Mystik so bleibend attraktiv macht, selbst im säkularen Zeitalter. Und weiter: Was ist Mystik überhaupt?
Gast in der Sendung: Volker Leppin (59) ist evangelisch-lutherischer Theologe und hat sich an der Universität Tübingen einen internationalen Namen gemacht. So krempelte Leppin die Lutherforschung um, indem er zeigte, wie stark der Reformator von der spätmittelalterlichen Mystik geprägt war. - Heute lehrt Leppin an der Yale University. In seinen Büchern geht er der Wirkung frühneuzeitlicher Mystik in Christentum und Gesellschaft nach.
Autorin: Judith Wipfler
Buchhinweis: Volker Leppin, Franz von Assisi. Ein unbequemer Heiliger, Herder Verlag 2026.
Musik im Podcast: Il cantico delle Creature - nach einem Text von Franz von Assisi, komponiert von Peter Appenzeller, gesungen vom Vokalensemble Cantaurora, produziert vom Tonstudio Lanz 2007.
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