In dieser Sitzung steht die Frage im Mittelpunkt, wie und warum sich Sprache wandelt und wie sprachhistorisches Wissen gewinnbringend in den Schulunterricht integriert werden kann. Anhand aktueller Debatten über die vermeintliche "Vereinfachung" in modernen Kinderbüchern und einer diachronen Betrachtung des Kinderliteraturkorpus wird gezeigt, dass Sprachwandel ein natürlicher, innovationsgetriebener Prozess ist, dessen zentraler Motor im individuellen Spracherwerb liegt. Im Fokus stehen dabei die sogenannten Präteritopräsentien bzw. Modalverben: Warum weisen diese Verben historisch gewachsene, unregelmäßige Flexionsformen auf und wie lässt sich ihr komplexer Gebrauch (deontisch vs. epistemisch) konstruktionsgrammatisch beschreiben? Zudem wird erörtert, wie man die hohe Komplexität des Phänomens des Konjunktivs erklären kann, und deshalb in der grammatischen Vermittlung umsichtig damit umgehen sollte.
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