Ich habe eine meiner Mitschwestern im Krankenhaus besucht und dort auch eine andere Schwester angetroffen. So haben wir eine schöne Dreierplauderei gehabt und irgendwann zwischendurch hat sie kurz erwähnt, dass sie mich schon vermisst habe. Automatisch rechtfertigt man sich und ich habe auf die Domradio-Assisifahrt verwiesen und wir hatten rasch ein schönes Thema. Aber sie hat natürlich recht. Wenn Mitschwestern, wenn Angehörige krank und sogar im Krankenhaus sind, ist es eines der wichtigsten Werke der Barmherzigkeit. „Ich war krank und ihr habt mich besucht“ ist eine der zentralen Stellen aus dem Matthäusevangelium, wo es um Nächstenliebe und Barmherzigkeit geht und den Hinweis, dass alles, was wir unserem Nächsten Tun, an IHM – Jesus Christus getan ist. Ich denke, Du und ich und viele andere kennen das auch. Man hat gehört, dass jemand krank ist und nimmt sich echt vor, einen Besuch zu machen. Und dann kommen all die tausend Sachen dazwischen, die den Alltag hektisch und voll machen, und schon hat man es vergessen. Es ist nie böse, es ist aber schade. Eine Möglichkeit ist es, sich den Besuch echt im Kalender einzutragen und die Erinnerungsfunktion einzuschalten, damit man es nicht vergisst. Die klassischen Werke der Barmherzigkeit: Hungrige speisen, Durstige tränken,Fremde beherbergen, Nackte kleiden, Kranke besuchen, Gefangene besuchen und Tote bestatten werden tatsächlich nie unmodern und sind konkrete physische Hilfe in Notlagen also praktische Nächstenliebe und Mitgefühl gegenüber Menschen. Und es geht dabei immer auch um die Förderung sozialer Verantwortung des Einzelnen in der Gesellschaft.Heute werden die Werke der Barmherzigkeit auch in zeitgemäßer Form interpretiert, z. B. durch Zuhören, Anerkennung und positive Kommunikation, um soziale Isolation und emotionale Not zu lindern. Papst Franziskus hat im Heiligen Jahr der Barmherzigkeit (2016) die Bedeutung die Herzen füreinander zu öffnen und Barmherzigkeit aktiv zu leben betont, und das gefällt mir gut: die Herzen füreinander öffnen.
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