Wie viel Branding braucht eine starke Marke heute noch? Diese Frage beantwortet Steffen Zeller, CMO der Rügenwalder Mühle, im Podcast mit Verena Gründel.
Steffen Zeller treibt seit 2021 die strategische Weiterentwicklung der Rügenwalder Mühle voran. Mit Stationen bei Unternehmen wie Iglo, Mondelez und Kraft Foods bringt er umfassende Erfahrung aus der FMCG-Welt mit. Seine Herausforderung: eine Traditionsmarke modernisieren, ohne ihre Wurzeln zu verlieren. Dabei geht es nicht nur um Produkte, sondern um Haltung, Relevanz und die Fähigkeit, sich in einer zunehmend komplexen Medienlandschaft zu behaupten.
Spannende Zahlen aus dieser Folge:
- 60 % Branding vs. 40 % Performance ist Steffens Idealverteilung
- 50 % des Kampagnenerfolgs entfallen auf das Creative
- Rügenwalder hat seit 2021 den TV-Anteil im Media-Mix von 90 % auf ca. 40–50 % gesenkt
- 26 % der Marken sind heute nicht in den LLMs auffindbar
Ein zentraler Gedanke des Gesprächs: Marketing ist heute komplexer denn je. „Es gab noch nie so viele Wege und Möglichkeiten, eine Marke schlecht zu führen wie heute“, bringt es Zeller auf den Punkt. Genau deshalb sei eine klare Markenpositionierung entscheidend – funktional und emotional zugleich.
Besonders spannend ist sein Blick auf die Rolle von Kreativität. Für ihn ist sie kein „Nice-to-have“, sondern ein zentraler Wachstumstreiber: „50 Prozent des Erfolges ist das Creative und 50 Prozent die Aussteuerung und Media.“
Am Beispiel der Rügenwalder-Kampagnen zeigt sich, wie wichtig emotionale Ansprache ist. Statt rein funktionaler Produktkommunikation setzt das Team bewusst auf Gemeinschaft, Genuss und Leichtigkeit. Diese emotionale Ebene sorgt dafür, dass Werbung nicht nur gesehen, sondern auch erinnert wird – und letztlich Kaufentscheidungen beeinflusst.
Marke schlägt kurzfristige Performance
Gleichzeitig warnt Zeller vor einem zu starken Fokus auf Performance-Marketing. Wer nur kurzfristige Effekte optimiere, vernachlässige den langfristigen Markenaufbau. Sein Bild: ein Apfelbaum, der gepflegt werden muss, bevor man ernten kann. Ohne kontinuierliche Investitionen in Branding verliere jede Marke langfristig an Strahlkraft.
Dabei geht es nicht nur um Reichweite, sondern um relevante Reichweite. Entscheidend ist, die richtigen Zielgruppen zur richtigen Zeit mit der passenden Botschaft zu erreichen. Gerade in einer fragmentierten Medienlandschaft wird das zur zentralen Herausforderung.
„Es gab noch nie so viele Möglichkeiten, eine Marke schlecht zu führen wie heute. Umso wichtiger ist eine klare Positionierung – nicht nur über funktionale Vorteile, sondern auch über emotionale Werte. Genau diese gilt es konsequent in Kommunikation zu übersetzen.“
Hör unbedingt in die Folge rein und entdecke, wie modernes Markenmanagement wirklich funktioniert.
Und wenn du noch tiefer in die Marketingwelt eintauchen willst: Komm am 23. und 24. September zur DMEXCO nach Köln – wir sehen uns dort!