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In dieser Folge spreche ich mit Tom Illauer, der seit sieben Jahren Restrukturierungsfälle im Handel und E-Commerce leitet und heute mit Von Falkenrath & Company genau das macht, was er dort jedes Mal wieder gebraucht hat: Verträge und Rechnungen auseinandernehmen und schauen, wo ein Unternehmen seit Jahren zu viel bezahlt. Sein heftigster Fall war ein neun Jahre alter Speditionsvertrag, bei dem knapp 900.000 Euro zu viel geflossen sind, und das Ganze wurde noch unangenehmer, weil die Inhaberin mit dem Spediteur befreundet war.
Wir gehen zehn Kostenblöcke durch, und ehrlich gesagt kannte ich die Hälfte davon nicht. Maut, die nicht nach Kilometern, sondern nach Gewicht abgerechnet wird. Dieselfloater, die sich nicht eins zu eins anpassen. Agenturgebühren aufs Ad-Budget, die bei 6 bis 8 Prozent liegen, obwohl 2 bis 3 fair wären. Bei einem Solarhändler mit 30 Millionen Umsatz waren allein aus Maut und Diesel 200.000 Euro drin, ohne dass der Anbieter gewechselt wurde. Spannend fand ich auch, dass er das gar nicht will. Wenn die Kondition passt, sagt er das einfach.
Am meisten hängengeblieben ist mir eine Gebühr, die irgendwo auf Seite 50 im DHL-Vertrag steht. Für kurze Wochen mit Feiertag wird ein Zuschlag berechnet, über das Jahr fast ein volles Prozent, und laut Tom fällt die oft schon weg, wenn man sie überhaupt anspricht. Ich habe live im Podcast hochgerechnet, was das bei uns bedeutet, und bin bei rund 70.000 Euro rausgekommen. Dazu kommen Cloudkosten, Forschungszulage von bis zu 35 Prozent der Personalkosten und Lizenzen für Mitarbeiter, die längst weg sind. Mein persönliches Key Learning der Folge ist, dass die teuersten Verträge nicht die schlecht verhandelten sind, sondern die, die einfach nie wieder angefasst wurden.
➤ Hier findest du mehr von Tom: https://www.linkedin.com/in/tom-illauer-477729234/
➤ Dieser Podcast wird gesponsert von AdressHero: https://link-to.website/adresshero-842 (Werbung)
➤ Dieser Podcast wird produziert von ONEFRAME Media: https://oneframemedia.de/
Themen:
00:00 Intro
00:53 Der schlimmste Fall: 900.000 Euro zu viel bezahlt
04:07 Maut nach Gewicht statt nach Kilometern
05:47 Dieselfloater in alten Speditionsverträgen
08:33 Agenturgebühren aufs Ad-Budget
12:33 Payment Gebühren nachverhandeln
16:42 Die Vier-Tage-Wochen-Gebühr bei DHL
20:40 Cloudkosten senken mit Committed Discounts
22:22 Dev- und Stage-Umgebungen, die nachts durchlaufen
25:30 Forschungszulage: 35 Prozent der Personalkosten zurück
28:18 Inaktive Lizenzen und Schatten-IT
31:07 Lastspitze beim Netzentgelt
34:27 Vom Investment Banker zum Restrukturierer
39:44 Wie die Zusammenarbeit abläuft und was sie kostet
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