In der sozialen Arbeit ist systemisches Denken eigentlich selbstverständlich – zumindest im Kontakt mit Klient*innen. Doch je weiter Fachkräfte in die Führungsverantwortung hineinwachsen, desto seltener wenden sie diese Perspektive auf die eigene Organisation an. Genau hier setzt der Hochschulzertifikatskurs „Systemisches Sozialmanagement" der FH Münster an, der im Oktober 2026 in seinen zehnten Durchgang geht.
Wir - Hendrik Epe und Stefan Gesmann - verantworten den Kurs gemeinsam und sprechen in dieser Episode darüber, was eine systemtheoretische Brille auf Führung und das Management von Organisationen der Sozialwirtschaft verändert: Warum „systemisch" nicht dasselbe ist wie „systemtheoretisch", weshalb Organisationen keine Maschinen sind und was Rudolf Wimmers Paradoxie „Das Unsteuerbare steuern" für den Führungsalltag bedeutet. Sie diskutieren, warum der inflationär gebrauchte Begriff „Haltung" zu kurz greift, wie sich der Blick auf „schwierige Mitarbeitende" verändert, wenn man Verhältnisse statt Personen in den Fokus rückt, und welche Rolle Paradoxien wie Vertrauen vs. Kontrolle oder Schnelligkeit vs. Gründlichkeit spielen.
Stefan teilt außerdem seine persönlichen Learnings aus zehn Kursdurchgängen – über Bescheidenheit, Gelassenheit und das Vertrauen darauf, dass in jeder Gruppe etwas Eigenes entsteht. Es geht um Kursstruktur, neue Module zu Digitalisierung und KI, das ECTS-fähige Hochschulzertifikat und die geplante Masterclass für Absolvent*innen.
Eine Episode für alle, die Führung in der Sozialwirtschaft nicht als Technik, sondern als anspruchsvolle Arbeit an sozialen Systemen verstehen wollen – und für alle, die mit dem Gedanken spielen, beim nächsten Kursdurchgang dabei zu sein.
Kostenlose Info-Veranstaltung: 14. Juli, 19:30 Uhr via Zoom.
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