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✨ WAS DU IN DIESER EPISODE LERNST:

  • 🧠 Neurozentriertes Training betrachtet den Körper als Hardware (Muskeln, Faszien) und Software (Nervensystem) — klassisches Training trainiert fast nur die Hardware
  • ⚖️ Schmerz entsteht im Gehirn als Reaktion auf wahrgenommene Unsicherheit oder Bedrohung — nicht zwingend als Zeichen einer strukturellen Gewebeschädigung
  • 💬 Zitat eines Schmerzforschers: "Schmerz ist eine Meinung des Gehirns auf eine bestimmte Situation."
  • 👁️ Eine gezielte Augenübung kann dem Gehirn neue visuelle Informationen liefern und dadurch Knie- oder Rückenschmerzen spürbar reduzieren — ganz ohne offensichtlichen anatomischen Zusammenhang
  • 🔁 Das Vorher-Nachher-Prinzip: ein einfacher Beweglichkeitstest vor und direkt nach einer Übung zeigt in Sekunden, ob sie hilft, schadet oder neutral ist
  • 🎯 Es gibt keinen universellen Trainingsplan — jede Übung wirkt individuell, deshalb zählt Testen statt starrer Schemata
  • ⏱️ Empfehlung: Übungen drei bis fünf Mal täglich in kurzen Einheiten statt einer einzelnen langen Trainingseinheit — Kontinuität schlägt Intensität
  • 🩹 Narben — auch von Tätowierungen oder Piercings — können neuronale "blinde Flecken" hinterlassen, obwohl sie strukturell längst verheilt sind
  • 📏 Übungen sollten so lange fortgeführt werden, wie man das Problem wirklich loswerden will, nicht nur bis zur ersten Besserung
  • 👴 Alter allein ist selten die wahre Ursache von Einschränkungen — es lohnt sich, mehr auszuprobieren, bevor man aufgibt
  • 🏋️ Anwendungsfeld reicht von chronischem Schmerz und Schwindel über Leistungssport bis zur unterstützend begleitenden Anwendung in Bereichen wie Onkologie oder ADHS — als Ergänzung, nicht als Heilversprechen
  • 📚 Buchtipp: "Neurozentriertes Training" (Trias Verlag) von Andreas und Lisa Könings, mit Testkapitel für "Loslege-Typen" und Theorieteil für "Warum-Typen"

📝 ZUSAMMENFASSUNG:

In dieser Folge der Evolution Radio Show spricht Julia Tulipan mit Andreas Könings, Gründer der Deutschen Neuro-Akademie und erstem deutschen Z-Health® Master Practitioner, über neurozentriertes Training. Könings erzählt zunächst seine persönliche Geschichte: Als Basketballspieler riss er sich im Abstand von rund zwölf Monaten zweimal das rechte Kreuzband. Als er nach der zweiten Verletzung in derselben Reha-Einrichtung denselben Standardplan wie beim ersten Mal bekam, beschloss er, selbst nach Alternativen zu suchen. Über Umwege — Faszientraining, Dehnübungen, funktionelles Training, die alle nicht halfen — landete er schließlich bei einem Neuro-Seminar in Kopenhagen, nach dem er erstmals wieder schmerzfrei tief hocken konnte.

Im Kern erklärt Könings neurozentriertes Training über die Hardware-Software-Analogie: Klassisches Training und klassische Therapie beschäftigen sich vor allem mit der "Hardware" des Körpers, während neurozentriertes Training die "Software" adressiert — das Nervensystem, das steuert, wie der Körper auf Reize reagiert. Anhand des Beispiels Knieschmerz erläutert er, warum eine strukturell verheilte Verletzung trotzdem weiter schmerzen kann: Schmerz ist multifaktoriell und entsteht im Gehirn als Reaktion auf wahrgenommene Unsicherheit oder Bedrohung, nicht zwingend als Zeichen eines beschädigten Gewebes. Er zitiert einen führenden Schmerzforscher: "Schmerz ist eine Meinung des Gehirns auf eine bestimmte Situation." Am Beispiel eines Joggers mit unzureichenden visuellen Informationen zeigt er, wie das Gehirn über Knie-, Fuß- oder Rückenschmerz signalisieren kann, dass etwas gestoppt werden soll — obwohl die eigentliche Ursache in den Augen oder dem Gleichgewichtssystem liegt.

Praktisch arbeitet Könings mit einem Vorher-Nachher-Prinzip: Ein einfacher Beweglichkeitstest wird vor und direkt nach einer Übung wiederholt, um in Sekunden zu erkennen, ob sie hilft, schadet oder neutral ist — ein "Try-and-Error-Spiel mit System". Er betont, dass es keinen universellen Trainingsplan gibt, der für jeden funktioniert, und empfiehlt, gefundene Übungen drei bis fünf Mal täglich in kurzen, unaufwendigen Einheiten durchzuführen; Kontinuität sei wichtiger als Intensität. Zur Dauer sagt er unverblümt: so lange, wie man das Problem nicht mehr haben möchte — wer aufhört, sobald es besser wird, kehrt oft zum Ausgangszustand zurück.

Zum Abschluss weitet Könings das Anwendungsfeld über Schmerz hinaus: Schwindel, Verspannungen, Narben (auch von Tätowierungen und Piercings), Leistungssport sowie die unterstützend begleitende Anwendung bei Themen wie Onkologie, ADHS und neurodegenerativen Erkrankungen — ausdrücklich als Ergänzung und nicht als Heilversprechen. Narben erklärt er als mögliche "blinde Flecken" im Nervensystem — strukturell verheilt, aber neuronal weiterhin unzureichend informationsversorgt. Er betont, dass Alter allein selten die wahre Ursache von Einschränkungen ist, und gibt praktische Lesehinweise für sein gemeinsam mit Lisa Könings verfasstes Buch "Neurozentriertes Training" (Trias Verlag): "Loslege-Typen" sollten mit dem Testkapitel beginnen, "Warum-Typen" mit der Theorie.

✨ PRODUKTEMPFEHLUNGEN ✨

🙋‍♀️ MEHR VON JULIA TULIPAN:

📕 BÜCHER VON JULIA:

👩‍⚕️ ALLES ÜBER ANDREAS KÖNINGS:

Andreas Könings ist Sportökonom, Leiter und Mit-Inhaber der Deutschen Neuro-Akademie (Deutsche Akademie für Neuro-Performance) und einer der führenden Experten für neurozentriertes Training in Europa. Er ist der erste deutsche Z-Health® Master Practitioner und absolvierte zudem mehrere Fortbildungen des Carrick Institute (u. a. Neurochemie, Neuroimmunologie).

Nach seiner Zeit als Leistungssportler (Basketball) wandte er sich vor rund zehn Jahren intensiv den Themen Gehirn und Nervensystem zu. Seit 2017 war er fachlicher Leiter der Deutschen Neuro-Akademie, seit 2021 führt er sie gemeinsam mit Lisa Könings (Diplom-Oecotrophologin, Ernährungsberaterin/DGE, Neuro-Trainerin). Er verfügt über mehr als 15 Jahre internationale Erfahrung in der Arbeit mit Spitzensportlern, Schmerzpatientinnen und -patienten sowie Trainern und Therapeuten und bildet in Seminaren, Workshops und Vorträgen im neurozentrierten Training aus. Zudem ist er als Experte für ARTZT neuro tätig.

Gemeinsam mit Lisa Könings veröffentlichte er die Bücher "Medical Training: Neurozentriertes Training" (Thieme/Trias), "Schmerz ist Kopfsache" und "Neustart fürs Gehirn".

Links

🎬 KAPITEL:

00:00:00 Einleitung
00:03:07 Vom Basketball zur Neuroakademie
00:09:21 Was ist neurozentriertes Training?
00:14:04 Wie eine Übung im Gehirn wirkt
00:19:05 Schmerz ist eine Meinung des Gehirns
00:27:33 Testen statt Raten: die eigene Methode finden
00:32:37 Individualisierte statt standardisierte Betreuung
00:37:36 Einsatzgebiete: von Schwindel bis Profisport
00:40:28 Narben, Tattoos und blinde Flecken
00:46:35 Dosierung: wie oft und wie lange üben
00:52:32 So startest du am besten mit dem Buch
00:54:47 Abschluss und Verabschiedung

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