Der Komponist Gérard Grisey ist der Begründer der sogenannten Spektralmusik, die in den siebziger Jahren versuchte, der strengen «seriellen Technik» eine neue Art von Klangsinnlichkeit gegenüberzusetzen.
Die Methode arbeitet mit den Obertönen eines einzelnen Tons, also dem prinzipiell unendlichen Spektrum an Teiltönen, die sich über dem Grundton aufschichten. Eins von Griseys wichtigsten Spektralwerken ist der Zyklus «Les espaces acoustiques», und im Zentrum dieses Zyklus wiederum steht «Partiels»: hier untersucht und bearbeitet Grisey das Obertonspektrum des Tons E. Wenn Einzeltöne nicht mehr tonal-harmonisch «passen», weil sie der Naturtonreihe folgen und nicht der uns liebgewordenen wohltemperierten Stimmung, muss sich unser Hören von Vertrautem verabschieden – und entdeckt neue Welten.
Der Posaunist Mikael Rudolfsson und der Hornist Félix Dervaux vergleichen einige Aufnahmen von «Partiels».
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