Feuerland, das Land des Feuers an der Südspitze Amerikas, verdankt seinen Namen den Lagerfeuern, die Ferdinand Magellans Männer 1520 vom Schiff aus im Süden der Meerenge leuchten sahen. In dieser Folge reisen wir durch ein Archipel der Gegensätze: Im regenreichen Westen fallen bis zu 6.000 Millimeter Niederschlag im Jahr, während der Osten im Regenschatten zur Halbwüste verkarstet. Wir wandern durch knorrige Südbuchenwälder, deren Fuchsia magellanica die Stammform unserer heimischen Gartenfuchsie ist, begegnen Guanakos, Königspinguinen und Andenkondoren und erfahren, warum ein 1946 eingeführter kanadischer Biber heute die Wälder bedroht.
Der bewegendste Teil aber ist die Geschichte der Menschen: Seit rund acht- bis zwölftausend Jahren lebten hier vier indigene Völker, die Selk'nam, Haush, Yámana und Kawéskar, als Landjäger und Wassernomaden. Mit Goldsuchern und Schafzüchtern kam ab 1878 der Genozid, der ihre jahrtausendealte Kultur fast auslöschte. Ihre Nachfahren aber leben weiter und kämpfen bis heute um Anerkennung: 2016 forderte ein offener Brief die offizielle Anerkennung des Völkermords, der chilenische Staat reagierte später mit einem entsprechenden Gesetz. Feuerland erinnert uns daran, wie kostbar und zugleich verletzlich die entlegensten Landschaften und Kulturen unserer Erde sind, und wie sehr sich ihr Schutz lohnt.
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