Jede Nacht kommen Tausende Menschen in deutsche Notaufnahmen. Viele davon mit Beschwerden, die eigentlich kein Notfall sind. Das überlastet das Personal, kostet Zeit und kann im schlimmsten Fall Leben kosten. Doch was, wenn eine App vorab entscheiden könnte, wer wirklich dringend behandelt werden muss?
Host Rasmus Cloes spricht mit Timm Neeland, Notfallsanitäter und Gesundheitswissenschaftler, der das digitale Ersteinschätzungssystem Patient+ in einer Bremer Notaufnahme wissenschaftlich ausgewertet hat. Sie diskutieren, wie digitale Triage funktioniert, warum viele Patient:innen aus Angst und nicht aus medizinischer Notwendigkeit kommen und was die geplante Notfallreform wirklich verändern würde.
In Neelands-Studie stimmte das System nur in 54 Prozent der Fälle mit der ärztlichen Einschätzung überein. Was das bedeutet und ob wir digitalen Tools im Notfall wirklich vertrauen sollten, hört ihr in dieser Folge.
Zur Person
Timm Neeland ist ausgebildeter Notfallsanitäter und hat nach mehreren Jahren im Rettungsdienst Gesundheitswissenschaften studiert. In seiner Masterarbeit hat er das digitale Patientensteuerungssystem Patient+ evaluiert. Sein Fokus: Wie gut können digitale Tools die medizinische Ersteinschätzung unterstützen, ohne den Menschen dabei aus dem Blick zu verlieren?
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