Würde ist die Erfahrung, dass ein Mensch – egal in welchem Zustand – nicht auf Funktionen, Rollen oder Performance reduziert werden darf. Sie ist untrennbar an Körperlichkeit und Verletzlichkeit gebunden. Würde ist deshalb relational: Sie entsteht im Blick, in der Sprache, im Umgang, in der Frage, ob man bereit ist, sich von der Verletzlichkeit des anderen berühren zu lassen. In dieser Perspektive ist jeder Angriff auf die Würde des anderen zugleich ein Angriff auf die eigene – weil man damit erklärt, dass Menschen im Grunde Objekte der Maschine sind, deren Wert an ihrer Funktionsfähigkeit gemessen wird. Würde ist die bedingungslose Anerkennung der eigenen Vollständigkeit und Existenzberechtigung und der des Anderen.

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