Es ist unglaublich: Im Juli müssen in der Holstenstraße 197 in Hamburg elf Menschen innerhalb von 10 Minuten entscheiden, was die wichtigsten Dinge in ihrer Wohnung sind. Denn dann müssen sie ihr zu Hause möglicherweise für immer verlassen. Warum? Weil das Haus, in dem sie leben, akut einsturzgefährdet ist. Vorher hatte es fünf Wochen gedauert, bis der Hauseigentümer auf die Hinweise der Bewohner*Innen reagiert, dass die Risse im und am Haus sich deutlich verändern und das Haus sich spürbar bewegt.
Und dieser Hauseigentümer ist niemand geringeres als Wolf Peter Schneider, schwerreicher Immobilienmogul, der unzählige Wohnungen und Luxusobjekte in Hamburg und auf Sylt besitzt. Bekannt ist er zum Beispiel dafür, sich für seine ausgelassenen Partys auf Sylt Elefanten einfliegen zu lassen.
Ich spreche mit zwei Bewohner*Innen des Hauses an der Holstenstraße 197, Milena und Clara. Die beiden erzählen uns, was genau passiert ist, wie es sich angefühlt hat, dass im Flur die Feuerwehr die verbleibenden Minuten zum Packen runter zählen und wie sehr die Hausgemeinschaft im Anschluss an diesen Schicksalsschlag auch politisch zusammenwuchs.
Außerdem beleuchten wir die politische Dimension des Vorfalls: Ist das Geschehene die logische Konsequenz in einer Welt, in der mit Wohnraum in erster Linie Geld verdient wird?
Unterstützt gern Milena, Clara und alle anderen Bewohner*Innen des Hauses durch eine Spende oder durch Teilnahme an initiierten Aktionen. Alle Infos hier.
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