Dieser Winter droht für die Ukraine besonders hart zu werden. Russland
hat aufgerüstet und gerade darf Wladimir Putin guter Dinge sein – Donald
Trump hat sich mit ihm auf einen Diesel-Deal geeinigt, der die russische
Kriegskasse füllt. Die Ukraine wiederum wird von Trump gegängelt – noch
ist unklar, ob es noch nur eine Laune ist oder schon Politik, die im
schlimmsten Falle dazu führen könnte, dass Russland seinen imperialen
Krieg für sich entscheidet.
Neu wäre das nicht: Russland, argumentiert der Historiker Martin Schulze
Wessel, habe eine imperiale Tradition. Schulze Wessel lehrt
Osteuropäische Geschichte in München und hat zahlreiche Bücher über die
Ukraine und über Russland geschrieben. Gerade hat er beim C. H.
Beck-Verlag ein Buch veröffentlicht mit dem Titel: »Warum Russland nicht
aufhören wird. Sieben Thesen.«
Über die Jahrhunderte hat das Land seinen Großmachtstatus über
territoriale Annexionen oder seine Hegemonie ausgebaut. Dass Russland am
Ende dank einer Großmacht seinen Einflussbereich ausbreiten könnte, ist
keine unbekannte Situation. Es gebe Vorbilder dafür in der Geschichte,
erklärt Schulze Wessel im Gespräch mit Alice Bota und Michael
Thumann. Russland konnte immer dann seinen Machtanspruch in Europa
durchsetzen, wenn die anderen es nicht zu verhindern suchten, meint
Schulze Wessel. Aus der Geschichte sollten die Europäer für die
gegenwärtigen Situation lernen.
Alle drei Wochen sprechen wir im »Ostcast« über Politik und Gesellschaft
der osteuropäischen Länder. Alice Bota berichtet von ihren Gesprächen
und Erfahrungen in Osteuropa, Michael Thumann erzählt von seinen
Begegnungen und Reisen in Russland und den Nachbarländern.
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