Warum du Dating vermeidest, wenn du verlustängstlich bist

"Ich vermeide Dating, weil ich genau weiß: Sobald ich jemanden kennenlerne, werde ich verlustängstlich." Genau das schrieb eine Followerin nach einer Umfrage – und genau darüber sprechen wir in dieser Folge. Wenn du dir eigentlich eine Partnerschaft wünschst, dich aber vor dem Daten drückst, weil du weißt, wie klettig und abhängig du wirst, sobald du Gefühle entwickelst, dann ist diese Folge für dich.


Was hinter der Verlustangst steckt

Sobald verlustängstliche Menschen Gefühle für jemanden entwickeln, fühlen sie sich abhängig, klein, nicht gut genug – und passen sich an. In den meisten Fällen (80–90 %) steckt dahinter eine Erfahrung aus der Kindheit: ein instabiles Elternteil, ein Verlust, zu wenig Aufmerksamkeit. Auch toxische Beziehungserfahrungen im Erwachsenenalter – Trennungsdrohungen, Liebesentzug als Bestrafung – können diese Muster auslösen oder verstärken.


Der Teufelskreis: Verlustangst trifft Bindungsangst

Die typische Coping-Strategie: sich selbst zurücknehmen, Bedürfnisse nicht mehr äußern, dem anderen "auf die Pelle rücken", sobald der sich entfernt, oder ständig an sich selbst zweifeln und sich schuldig fühlen. Eifersucht und Kontrolle sind häufige Begleiterscheinungen.

Verlustängstliche und bindungsvermeidende Menschen ziehen sich wie Tom und Jerry an – und stoßen sich ab. Intensive Nähemomente, die den verlustängstlichen Teil endlich sicher fühlen lassen, sind genau die Momente, die den vermeidenden Teil in die Flucht schlagen. Die Folge: "Ich will dich, ich will dich nicht" – ein Hin und Her, das komplett zermürbt. Kein Wunder, dass sich der Schutzmechanismus irgendwann meldet: "Dann lass uns doch einfach gar nicht mehr daten."


Der Weg raus

  1. Ursprung verstehen – Der Mensch, der die Angst gerade triggert, ist nie der eigentliche Auslöser. Die Angst ist ein altes Warnsystem, das dich vor einer Wiederholung vergangener Verletzungen schützen will.
  2. Mit den eigenen Gefühlen umgehen lernen – statt Dating komplett zu vermeiden. Der Wunsch nach einer gesunden Partnerschaft verschwindet dadurch nicht, er wird nur unterdrückt.
  3. Dem Schutzmechanismus liebevoll begegnen – ihm zeigen: Der "Reißnagel" von damals ist heute nicht mehr da.

Du hast gesunde, aufrichtige Liebe verdient – unabhängig davon, welche Erfahrungen du gemacht hast. Vermeidung ist keine Lösung, sondern hält den Kreislauf nur am Laufen. Der nächste Schritt: dich der Angst stellen, nicht ihr die Kontrolle überlassen.

Meditation "Beruhige dein Herz" – entwickelt für den Moment, in dem Verlustangst hochkommt -> Hier entlang!


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