Auf welchem Stand waren die sowohl von der NATO bzw. der Bundeswehr als auch von den zuständigen zivilen Behörden getroffenen Vorbereitungen auf einen möglichen Verteidigungsfall bis 1990? Dieser Frage gehen im vorliegenden Werk am Beispiel Hessens Heiner Möllers und Cornelia Grosse nach, beide als Militärhistoriker und Militärhistorikerin am ZMSBw tätig.

Stand der zivilen und militärischen Vorbereitungen mangelhaft

An zahlreichen Beispielen zeigen Autorin und Autor, dass der Stand der militärischen und der zivilen Vorbereitungen vielfach zu wünschen übrigließ: Zusätzliche Krankenhäuser für die Truppe waren vorbereitet, doch die Verfügbarkeit von zusätzlichem medizinischem Personal war fraglich. Für die Versorgung von Kriegsgefangenen waren kaum Vorbereitungen getroffen. Schutzraumplätze waren Mangelware. In Hessen kam statistisch ein solcher Platz auf ca. 45 Einwohner.

Flüchtlingsbewegungen sind nicht planbar

Auch war unklar, ob man die zu erwartende Fluchtbewegung zahlreicher Bundesbürger in den Griff bekommen würde, die mit ihren Privat-Pkws viele Straßen verstopfen und den militärischen Aufmarsch behindern würden. 

Schaffung einer zeitgemäßen Gesamtverteidigung

Aus den Defiziten der Zeit bis 1990 zu lernen und für Gegenwart und Zukunft eine zeitgemäße Gesamtverteidigung zu schaffen, die auch künftig Krieg zu verhindern hilft – dazu will das Buch einen Beitrag leisten. 

Artikeltext: Christoph Kuhl

Sprecher: Christoph Jan Longen

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