Aaron Gruen ist österreichischer Rekordhalter im Marathon (2:09:53 h) und Halbmarathon (1:01:14 h). Bevor er zum schnellsten Läufer Österreichs wurde, war Musik sein Hauptfokus – er spielt seit seinem vierten Lebensjahr Cello auf Konzertniveau.

Aktuell studiert er an der Harvard Medical School. In dieser Episode sprechen wir über seinen ungewöhnlichen Weg vom Musikstudium zum Spitzensport, über seine Familiengeschichte als Grund, für Österreich zu starten, über seinen Umgang mit Panikattacken rund um den Vienna City Marathon 2026 – und über die Entscheidung, seinen nächsten Marathon bewusst zu verschieben.

Aaron ist eher zufällig zum Laufen gekommen – über das morgendliche Joggen an der Moldau während eines Musikstudiums in Prag. Was mich besonders beeindruckt hat: Wie bewusst er langfristig denkt. Er sagt es selbst so:

„Ich sehe oft, wie Läufer gierig werden ... das kann dann zu Verletzungen führen. Verletzungen sind der Hauptgrund, warum die meisten Läufer ihr Potenzial nie wirklich erreichen." – Aaron Gruen

Diese Geduld zieht sich durchs ganze Gespräch: seine drei Basics (Schlaf, Ernährung, Freude am Laufen), seine tägliche Kommunikation mit seinem Trainer, sein bewusster Rückzug von Strava bei harten Einheiten – weil der Vergleich mit anderen ihm die Freude genommen hat.

Ein Moment, der mich besonders berührt hat: seine Familiengeschichte. Sein Urgroßvater floh 1939 aus Wien, überlebte das KZ Dachau. Wenn Aaron heute das österreichische Trikot trägt, sagt er, spürt er diese Geschichte mit – als zusätzliche Motivation gerade in den schwersten Rennabschnitten.

Und dann das aktuelle DNF: der Vienna City Marathon 2026, bei dem er kurz nach der Halbmarathonmarke abbrechen musste. Aaron beschreibt offen, wie sich Medizinstudium-Stress, Panikattacken tagsüber, private Koordination und ein Konzert am Vortag zu einer Überlastung summiert haben. Seine Konsequenz daraus: kein Marathon mehr, bis er 2027 eine zweijährige Studienpause einlegt, um sich gezielt auf Los Angeles 2028 vorzubereiten.

Insights & Aha-Momente

  • Der Wechsel vom Leistungsmusiker zum Spitzenläufer geschah schrittweise – nicht als bewusste Einzelentscheidung

  • Drei Basics (Schlaf, Ernährung, Freude am Laufen) sind für Aaron die Grundlage verletzungsfreien Trainings

  • Körpersignale gehen im stressigen Alltag leicht verloren – tägliche Meditation hilft ihm, sie zurückzugewinnen

  • Mentale Rennvorbereitung wie Countdown-Zählen strukturiert lange Distanzen in überschaubare Etappen

  • Der Abbruch in Wien war eine Kombination mehrerer gleichzeitiger Belastungen – nicht mangelndes Training

  • Manchmal ist die klügste Entscheidung, bei einem Rennen nicht mitzulaufen, wenn man wirklich langfristig denkt

Danke Aaron für das unglaublich bereichernde und offene Gespräch.

Diese Episode entstand im Rahmen einer Partnerschaft mit COROS. Mit diesem Link + Code erhältst du ein kostenloses Accessoire (alles unter https://de.coros.com/accessories) beim Kauf einer Uhr / eines DURA.

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