Künstler und Secessionsmitglied Peter Sandbichler spricht mit Angela Stief (Direktorin der Albertina Modern), die seine Arbeit seit den frühen 2000er-Jahren intensiv begleitet und mehrfach mit ihm gearbeitet hat. Im Gespräch widmen sie sich Sandbichlers skulpturaler Praxis, die sich, wie Stief formuliert, „einer eindeutigen Kategorisierung entzieht“ und zugleich von einem tiefen Interesse an Architektur und öffentlichem Raum geprägt ist.
Unter anderem spricht Sandbichler darüber, wie ihn Denken und Werk von Buckminster Fuller beeinflusst haben, sowie über sein Interesse an Kunst im öffentlichen Raum, die unmittelbare Begegnungen mit Kunst ermöglicht, große Sichtbarkeit schafft und die Chance bietet, ein sehr vielfältiges Publikum zu erreichen – verbunden mit einem Moment des Zufalls und der Unkontrollierbarkeit.
Das Gespräch wurde am 22. Jänner 2026 in der Secession aufgezeichnet.
Peter Sandbichler, geboren 1964 in Kufstein, lebt in Wien. Studium an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien bei Wander Bertoni, anschließend Bildhauerei an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Bruno Gironcoli sowie Neue Medien an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Frankfurt am Main bei Peter Weibel. 1995 Österreichischer Pavillon auf der Biennale di Venezia.
Sandbichler ist ein konzeptueller Bildhauer, der gesellschaftspolitische Themen mit grundlegenden Fragen nach der skulpturalen Ästhetik, nach Fläche, Raum und Zeit genauso wie nach Material, Form und Verfahren verknüpft. Mit unterschiedlichen Medien erzeugt er raumgreifende Objekte, Installation wie auch architektonische Interventionen im öffentlichen Raum. Dabei agiert der Künstler an der Schnittstelle von Deformation und Perfektion. Er operiert mit Strukturen, Ornamenten und Rastern, zerlegt diese und generiert neue Ordnungen.
www.petersandbichler.com
Angela Stief, geboren 1974 in Augsburg (D) ist Kunsthistorikerin, Kuratorin und Kulturpublizistin. Sie studierte Kunstgeschichte und Philosophie. Von 2002 bis 2013 war sie Kuratorin in der Kunsthalle Wien. 2020 übernahm sie die Gastprofessur für kuratorische Praxis an der Universität Linz. Seit 2020 arbeitet sie in der Albertina und wurde 2021 zur Direktorin der Albertina Modern und Chefkuratorin für Kunst der Gegenwart in der Albertina berufen. Sie verfasst zahlreiche Beiträge über Gegenwartskunst für Monografien, Kataloge und Magazine.
Ausgewählte Ausstellungen: KAWS. Art&Comix, Franz West (2026), Jenny Saville, Brigitte Kowanz (2025), Eva Beresin, The Beauty of Diversity (2024), Katharina Grosse (2023), Ways of Freedom. Jackson Pollock bis Maria Lassnig (2022), The 80s (2021), Anna Zemánková (2020), Josef Karl Rädler (2018), Leigh Bowery (2013), POWER UP – Female Pop Art (2010), Wangechi Mutu (2008).
Secession Podcast: Members ist eine Gesprächsreihe mit Mitgliedern der Secession.
Das Dorotheum ist exklusiver Sponsor des Secession Podcasts.
Programmiert vom Vorstand der Secession.
Jingle: Hui Ye mit einem Ausschnitt aus Combat of dreams für Streichquartett und Zuspielung
(2016, Christine Lavant Quartett) von Alexander J. Eberhard.
Schnitt: Paul Macheck
Produktion: Jeanette Pacher & Bettina Spörr