Beim Angriff auf die Berliner Senatsverwaltung ist die Lage wohl deutlich ernster als anfangs kommuniziert. Die Rhysida-Gruppe hat sich bekannt und fordert 30 Bitcoin, rund zwei Millionen Euro. Sie behauptet, 5,79 Terabyte erbeutet zu haben: 46.500 Verträge, Daten aus 80.000 Ordnungswidrigkeitsverfahren, rund 6.000 Dateien mit Zugangsdaten sowie Notfallpläne und Justizunterlagen. Der Senat hat den erweiterten Datenabfluss am 26. August eingeräumt und zahlt nicht. Als Initial Access gilt inzwischen eine klassische Phishing-Mail, kein exotischer Zero-Day. Für Max vor allem ein Lehrstück in Krisenkommunikation: Wer früh sagt, es seien nur ohnehin öffentliche Daten abgeflossen, verliert Vertrauen, wenn zwei Wochen später das Gegenteil bekannt wird.Zweites Thema: OpenAI hat mit über 100 Unternehmen einen Call for Collective Action on Cyber Defense veröffentlicht. Kernthese ist ein zeitlich begrenztes Defenders Window, bevor leistungsfähige Modelle flächendeckend auch Angreifern zur Verfügung stehen. Die genannten Ursachen sind erstaunlich konventionell: Legacy-Systeme, ungepatchte Software, Fehlkonfigurationen, schwache Authentisierung. Spannend findet Max vor allem die Forderung nach nachvollziehbaren Agenten-Identitäten – eines der großen Themen der nächsten Monate. Unter den Unterzeichnern sind Anthropic, Microsoft, Google, AWS, CrowdStrike, Cloudflare, TrendAI, Deutsche Telekom und SAP. Andere deutsche DAX-Konzerne vermisst Max fast vollständig.
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